Stand: 29.04.15


Begriffssystem zur Fachdidaktik Chemie

Q - T


GW Begriff

Definition

  Rahmenziel Fach unabhängige Lehrzielebene, z.B. Verkehrs-, Gesundheits-, Freizeiterziehung, Berufliche Orientierung... Eigentlich ist der Begriff überflüssig, kommt aber in Präambeln von Lehrplänen (in Bayern) vor.

GB: -

+ räumliche Ordnung

Die Sitzposition von Lernenden kann in Bezug auf den Lehrenden, in Bezug zueinander oder in Bezug zu anderen räumlichen Einrichtungen (Fenster, Strom- und Gaszufuhr, Tafel...) beschrieben werden. Verbreitet sind:

  • Block (Hör- oder Klassenblock): die Lernenden sitzen in 1-2 Blöcken dem Lehrenden gegenüber. Bsp.: Hörsaal.
  • Hufeisen, Halbkreis, Kreis: die Lernenden sitzen sich in einer einzelnen Reihe gegenüber. Bsp.: Konferenz.
  • Gruppe (Gruppentisch(e)): die Lernenden sitzen sich in der Regel zu 2-8 an einer Tischkombination im Kreis gegenüber. Bsp.: Experimentier- oder Bastelgruppe.


Sitzblock, U-Form und Gruppentische

Im modernen, individualisierenden Unterricht kommen mehrere Formen gleichzeitig im Unterrichtsraum (ggf. Lernlandschaft) vor:

Syn.: Sitzordnung

GB: seating arrangement

+ Reorganisation

Zweiter von vier Schwierigkeitsgraden eines kognitiven Lehrprozesses, bei dem es zu eigener Verarbeitung und Anordnung des Gelernten durch den Lernenden kommt. [4] S.140

GB: -

+ Reproduktion

Niedrigster von vier Schwierigkeitsgraden eines kognitiven Lehrprozesses, bei dem die Lernenden Inhalte aus dem Gedächtnis lediglich wiedergeben können müssen. [4] S.140

GB: recall

  Richtziel

Fach-, schulart- und / oder jahrgangsspezifische Ausprägung von Unterrichtszielen.

Bsp.: aus Ebene 3 des Lehrplans Chemie für Gymnasien in Bayern, Jahrgangsstufe 9:

"...Den Schülern soll bewusst werden, dass Stoffumwandlungen nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten verlaufen..."

"...einfache Versuche selbst sicherheitsgerecht durchführen..."

  Sachstruktur Über die reine "Sache" (den Inhalt, den Gegenstand) hinausgehende Strukturierung dieser Inhalte aus Sicht des Lehrenden mit Hinblick auf eine konkrete Gruppe von Lernenden (z.B. Jgst. 9) und immanente fachlicher Strukturierung. Dabei fließen bereits Überlegungen mit ein zu
  • den nötigen fachlichen Voraussetzungen,
  • der erforderlichen didaktischen Transformation,
  • der Lehrplankonformität,
  • den geforderten bzw. angestrebten Anforderungsstufen,
  • langfristigen Lehrzielen,
  • dem Einbeziehen von psychomotorischen und affektiven Zielen,
  • Grundwissen und Schlüsselbegriffen... [nach 36 S. 31ff].

Der Begriff wird unterschiedlich diskutiert (Struktur oder Strukturierung der "Sache", eigentlich: Inhalte, fachliche oder didaktische Sachstruktur); eine Einigung auf eine einheitliche Begriffsbestimmung konnte bisher nicht erzielt werden. Deshalb ist bei der Klausurthemenstellung eine zusätzliche Präzisierung (Klammerausdruck) erforderlich. [3]

GB: structuring content

  Sammlung Im weiteren Sinn, auf Chemieunterricht bezogen: Chemikalien, Medien und Demonstrationsobjekte, die für (schulische) Lehrzwecke benutzt werden.

Elemente von Sammlungen dienen der Demonstration von Realobjekten und können sehr vielfältig sein:

  • Mineralien,
  • Erze,
  • Edel- und Halbedelsteine,
  • "Kristalle",
  • Schau-Chemikalien (in besonderen Schaugefäßen),
  • Härteskala nach Mohs,
  • Textilfasern,
  • Kunststoffe...

GB: collection

  Sandwich Lehrtechnik besonders in offeneren Unterrichtsmethoden, bei der lehrenden- (1) und lernendenzentrierte (2) Phasen meistens nach dem Muster 1-2-1 abwechseln.

Beispiel:

  1. Problemfindung bzw. -stellung: in der kollektiven Phase a zeigt der Lehrende einen Versuch, bei dem sich Säure und Base neutralisieren. Er behauptet, dass sich die Herstellungsarten für Säuren nur ganz wenig von der der Basen unterscheidet.
  2. Vergewisserung: in dieser Phase vollziehen Lernende das Experiment nach, erfassen ggf. zusätzlich, dass es auch auf die Menge ankommt.
  3. advance organizer: in der kollektiven Phase b zeigt und kommentiert der Lehrende den advance organizer.

Die Lehrtechnik muss in eine Unterrichtsmethode eingebettet sein, damit der Unterrichtsprozess seinen Abschluss findet.

  Schulbuch Unterrichtsedium aus der Gruppe der vorwiegend fremd gestalteten Medien. Unter diesem Begriff fassen wir eine Reihe von buchartigen Erscheinungsformen zusammen, die rund um das Schülerbuch gruppiert sind. So besteht ein umfassender Servicesatz z.B. aus:
  • dem Schülerbuch
  • dem Lehrerband dazu (umfasst z.B. didaktische Ergänzungen, fachlich weiter gehende Fundierung, Übungsaufgaben, neuerdings einem Datenträger, der das Bildmaterial des Schülerbandes für Folienerstellung bereit hält u.ä.)
  • einem Band Übungsblätter für Schüler
  • einem Band mit den Lösungen zu den Übungsblättern
  Schüler Syn.: Lernender, männlich wie weiblich. In der Regel ein Mensch.

GB: pupil (student wird manchmal auch auf Schule angewandt, gilt aber im engeren Sinn nur für Universitäten).

+ Schülerbuch Teil des Unterrichtsmediums Schulbuch, das zur Zeit als einziges lernmittelfrei, also für die Lernenden kostenlos, durch die Schulen zur Verfügung gestellt wird. Adressaten sind Lernende in grundbildenden und weiterführenden Schulen.

Man unterscheidet [79]:

  • das Maximum-Schülerbuch (enthält als Grundstock alle lehrplanrelevanten Inhalte, einschließlich aller erwähnten Wahlinhalte, ggf. mit zusätzlichen Wahlmöglichkeiten)
  • das Minimum-Schülerbuch (enthält nur den Grundstock lehrplanrelevanter Inhalte)
  • Mischformen.

Im Einsatz sind zur Zeit in der Regel Maximum-Bücher. Sie Umfassen die Inhalte einer Jahrgangsstufe. Als Medien mittlerer Informationsdichte sind sie einfach einzusetzen.

  • Technik: In der Regel herkömmliche Papier-Buchform.
  • Einsatz: An fast allen didaktischen Orten im Unterricht: Informationslieferant bei Einzel- oder Partnerarbeit, Quelle für Abbildungen, Zusammenfassungen, Übersichten, Daten. In der häuslichen Vorbereitung: Quelle für Übungsaufgaben, Erfolgskontrollen, Informationsgrundlage zur Vorbereitung auf Prüfungen.
  • Vorteile: Im Idealfall stets vorhanden, am Lehrplan orientiert, fachlich richtig, übersichtlich gegliedert, anregend zur Beschäftigung mit dem Inhalt und mit einer zugrundeliegenden Konzeption.
  • Gefahren: Methodische Beeinflussung des Lehrenden hin zu fachsystematischem, wenig abwechslungsreichem, deduktivem Vorgehen. Formulierungen aus Platzgründen sehr knapp, wird von Lernenden als wenig interessant empfunden, scheitert im Anspruch, sie zum selbständigen Arbeiten zu bewegen, da Problemorientierung und Methodenwechsel, meistens auch die didaktische Konzeption, fehlen. Abbildungen sind eher an Layout-Bedürfnissen als an denen der Lernenden orientiert. [80]
  • Tipps: Regelmäßiger Einsatz, da sonst die Mitbringdisziplin nachlässt.

Syn. (gelegentlich): Lehrbuch. Siehe dort.

GB: textbook

+ Schülerheft Eine Unterrichtsmedium aus der Gruppe der selbstgestalteten Medien. Information und didaktische Intention stammen ausschließlich vom Lehrenden, Informationsträger ist Papier und Geräte sind nicht weiter erforderlich.
  • Technik: Gebundenes Heft im DIN-Format oder lose Blätter in einem Ringbuchordner.
  • Einsatz: Im Unterricht: Einträge, die Prüfungsgrundlage bilden (Übernahme von Tafelanschrift, Diktate des Lehrenden, selbständige Notizen), zum Lösen von Aufgaben in Einzelarbeit oder in Differenzierungsphasen. Zu Hause: Lernen aus den Einträgen, Fertigen von Hausaufgaben.
  • Vorteile: stets verfügbar, nicht von weiterer Technik abhängig, bei hohem Anteil der Lernenden an der Fertigung der Einträge positiver Einfluss auf das Behalten.
  • Probleme: Führung bei losen Blättern, nachvollziehbare Heftführung muss (ggf. fachspezifisch) gelernt werden (Definitionen, Grundwissen, Gliederung hervorheben, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, Lerninhalte von Notizen trennen etc.
  • Tipps: Bei Verwendung von vorgefertigten Projektionsmedien sollten Übungsphasen eingeschaltet werden, damit das Zeichnen per Hand (Formeln, Apparaturen) eingeübt wird.

Schülerhefte mit spezialisiertem Einsatzzweck:

  • Protokollheft (für Schülerübungen),
  • Übungsheft (für gesammeltes Übungen),
  • Hausaufgabenheft (für regelmäßige Hausaufgaben, die gelegentlich auch kontrolliert werden),
  • Datensammlung (etwa Steckbriefe der Elemente und/oder Verbindungen),
  • Vokabelheft (Wörterbuch der chemischen Fachbegriffe, Sammlung von Definitionen, Grundwissenkatalog...).

GB: notebook

  Schülerlabor Dauerhaft betriebene außerschulische Initiativen, die Kindern und Jugendlichen eine zielgruppengerechte manuelle und intellektuelle Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Bereichen der Mathematik, Informatik, Natur- oder Technikwissenschaften (MINT) ermöglichen. Das breite Spektrum der vorwiegend an ganze Klassen oder Kurse aus der (Vor-)Schule gerichteten Angebote ist insbesondere durch ein selbständiges Experimentieren in einer anregenden Forschungs- und Lernatmosphäre gekennzeichnet. Die Initiativen haben gemeinsam zum Ziel, vor allem das naturwissenschaftlich-technische Interesse und Verständnis der Heranwachsenden zu steigern und auf diese Weise den fachlichen Nachwuchs zu fördern. [53]

Als Sonderform erscheint das Schülerforschungslabor: die Lernenden sind an Forschungsprojekten beteiligt.

  schülerzentriert Unterricht, der maßgeblich durch den Lernenden (mit)geplant und durchgeführt wird. Er hat einen sehr hohen Anteil an der Aktivität beim Lehrprozess.

GB: pupil centered learning, (self-paced learning)

  Schwierigkeitsgrad Früher: Unterscheidung von Aufgaben nach vier Schwierigkeitsgraden:
  1. Reproduktion
  2. Reorganisation
  3. Transfer
  4. problemlösendes Denken.

Sie sollten gezielt und abgestuft bei Erfolgskontrollen eingesetzt werden.

Gelegentlich wird der Begriff durch Anforderungsbereiche (I-III) ersetzt.

GB: level of difficulty

  selbst gesteuertes Lernen (SegeL) Begriff eher aus der konstruktivistischen Pädagogik (abgekürzt auch: SegeL oder SGL), der wenig ausgeschärft Bemühungen bezeichnet, auf unterschiedlich umfangreichen und komplexen Ebenen Lernenden (Lernpartnern) Selbstständigkeit abzuverlangen. Wegen des sehr breiten Bedeutungs- und Verwendungshofes vermeiden wir diesen Begriff.

Zudem führt die unkritische Verwendung zum Missverständnis bei Lehrenden, sie seien für den Lehr-/Lernprozess entbehrlich.

Siehe besser selbst organisiertes Lernen.

GB: ?

+ selbst organisiertes Lernen (SOL)

Im weiteren Sinn: eine Konzeption, die

  • vom konstruktivistischen Lehren und Lernen ausgeht,
  • Selbstorganisation als natürliches Prinzip zugrunde legt,
  • den Menschen als lernendes System begreift und
  • die Rolle der Schule auch darin sieht, dass im Gegensatz zu den wenigen im staatlichen Schulsystem verfolgten Kompetenzbereichen auch andere zu stärken sind, z.B. Kooperation, (Selbst)Reflexion, Verantwortung. [96]

Im engeren Sinn kann SOL auch als Unterrichtsmethode angewendet werden. Es ist einer der vielen Begriffe, mit denen unterschiedliche Autoren ausdrücken möchten, dass sie Lernenden Freiheiten im Unterricht einräumen. Eigentlich sollte die Bezeichnung heißen: "Lehrenden gesteuertes und Lernenden organisiertes Unterrichtsverfahren", um dem verbreiteten Missverständnis bei Lehrenden vorzubeugen, der entsprechende Lehr-/Lernprozess würde ohne Lehrende auskommen. Die Bezeichnung halten wir für sehr aussagekräftig, aber sperrig, weshalb sie (jedoch nicht die Bedeutungsbreite) auf den bereits eingeführten Begriff SOL reduziert wird.

SOL als Unterrichtsmethode lässt sich mit vier Phasen (nach dem Artikulationsmodell) beschreiben:

  1. Faszinationsphase (Lernbegleiter-zentriert), mit den fakultativen Elementen
    • Feedback: Erfolgskontrolle für vorausgegangene Lernziele (!) des Lernpartners im Gespräch mit dem Lernbegleiter, einschließlich Selbstreflexion (gehört inhaltlich eigentlich zur vorausgegangenen Lerneinheit, wird aber zeitlich gerne vor der neuen Einheit durchgeführt, sofern diese in inhaltlichem Zusammenhang steht);
    • der Lernbegleiter motiviert durch Beschreibung seiner eigenen Faszination für das neue Thema;
    • neue mögliche Lernziele bekannt machen;
    • Anregung: der Lernbegleiter zeigt dem Lernpartner mehrere Möglichkeiten, wie das Lernziel zu erreichen wäre;
  2. Planung des Lernweges: Lernpartner planen ihren individuellen Lernweg (Zeitbedarf, Sozialform, Lernmethode...) zum Erreichen der anvisierten Lernziele auf der Grundlage des Kompetenzrasters.

  3. Arbeit in der Lernwerkstatt (syn. Lernatelier/ ~labor/ ~insel); die Lernpartner beschreiten den Lernweg entweder mit Hilfe eines Reservoirs zur Verfügung stehender offener und/oder geschlossener Unterrichtsmaterialien selbständig oder komplett autonom, wie sie ihr Lernziel individuell erreichen.
  4. Festigung: die Lernpartner untersuchen zur Selbstkontrolle, ob und inwieweit sie ihre Lernziele erreicht haben, z.B. durch Lernen durch Lehren). [nach 86]

Visualisierung:

  1. SOL in Stufen
  2. Freiheiten der Lernenden im Überblick

GB: ?

  Selbsttätigkeit Arbeitsweise, bei der die Lernenden etwas selber tun. Dabei kann es sich sowohl um manuelle Tätigkeiten (z.B. einen Versuch durchführen) als auch theoretische Überlegungen (z.B. ein Experiment planen oder entwickeln) handeln.

Syn.: Eigentätigkeit.

+ Simulation Form des Unterrichtsmediums Modelle: in der Chemie meistens Software, die bekannte gegenseitige Abhängigkeiten mehrerer Variablen abbildet. Die Abbildung ist nie vollständig. Anwender müssen sich über die Grenzen im Klaren sein.

Simulationen können materiell (im technischen Bereich, Prototypen) oder ideell (Software) sein.

Eingesetzt werden Simulationen

  • in der Forschung, wenn ein Modell zu komplex für exakte (!) Voraussagen ist (z.B. Studium der Wechselwirkungen in einem System von mehreren Teilchen auf submikroskopischer Ebene, oder Passung eines Wirkstoffs in einen Rezeptor)
  • zu Ausbildungszwecken (Technische Chemie, Bedienung von Anlagen) oder
  • zu Trainingszwecken vor der Konfrontation mit einem komplexen System (z.B. Sicherheitslabor).

Nicht zu verwechseln mit Modellbildungssystem.

  Skript Hier i.S.v. einer individuellen Kombination von "Lehr- und Unterrichts-Methoden" (im undifferenzierten Sinn), die ein Lehrender persönlich bevorzugt und regelmäßig einsetzt.
+ Software Allgemein: Gesamtheit der von einem Computer ausführbaren Programme einschließlich der zugehörigen Daten.

Man unterscheidet:

  • Firmware (z.B. das BIOS, "basic input/output system", das durch den Hersteller auf einem Chip untergebracht und durch den Nutzer i.d.R. nicht verändert wird)
  • Betriebssystem (z.B. Windows, für das sich der Nutzer entscheidet, der Händler auf einen bestimmten Datenträger aufspielt und das Funktionen wie Anzeige von Datenverzeichnissen, Verwaltung von angeschlossener Hardware und Anwendersoftware enthält)
  • Anwender-Software (manchmal I/O-Daten genannt; z.B. ein Texteditor, den der Anwender installiert, um anschließend Texte einzugeben, zu gestalten und auszugeben).

Wir behandeln hier nur Anwender-Software, die im Zusammenhang mit Chemieunterricht steht. Wir unterscheiden:

  • Texteditoren ("Textverarbeitung", siehe oben; z.B. MS Word, OpenOffice Writer)
  • Formeleditoren ("Formelzeichenprogramm", Erstellung unterschiedlicher Strukturformel-Darstellungen; z.B. das kostenlose ChemSketch)
  • Bildeditoren ("Bildbearbeitungsprogramm", korrigieren, verändern, zusammensetzen von Bildern, z.B. PhotoShop) und
  • Lernprogramme (siehe dort).

Syn.: "Computerprogramm"

+ Sozialform Jener Aspekt der Unterrichtsform, der die Rollenverteilung zwischen den Lernenden beschreibt (Sozialverband). [4n]

Bsp.: Lernende arbeiten bei

  • Einzelarbeit (allein)
  • Partnerarbeit (zu zweit)
  • Gruppenarbeit (zu dritt oder zu mehreren)
  • Klassenarbeit (im Klassenverband alle zusammen).

GB: grouping

+ soziale Medien Klasse von Medien, die die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen. [78] Entscheidend ist, dass jeder Teilnehmer nach Identifikation Inhalte einstellen oder diese verändern kann.

Man unterscheidet:

  • soziale Medien mit dem vorwiegenden Ziel der Kommunikation (z.B. Foren, Weblogs, soziale Netzwerke wie Facebook)
  • soziale Medien mit dem vorwiegenden Ziel der Verbreitung von Inhalten (z.B. Wikis, Podcast, Foto-sharing).

Diese Medienklasse kann zu Unterrichtszwecken auch eingesetzt werden:

  • Technik: Ausschließlich über Computer zugänglich.
  • Einsatz: Koordination von Projektarbeit; Stellen von Hausaufgaben, Arbeitsaufträgen, Übungsaufgaben; Kursinterne Foren; Erstellung von Kursskripten u.a.
  • Vorteile: Wirkt aktivierend auf viele Lernenden, die mit herkömmlichen Maßnahmen nicht leicht zu erreichen sind. Eröffnet weitere Möglichkeiten für methodische Varianten.
  • Probleme: Manchen Lernenden fehlen die technischen Voraussetzungen (z.B. schnelle Web-Zugänge) und/oder Fertigkeiten (Bedienung der Software).

Syn.: Web 2.0

GB: social media

  soziales Lernen Lernen mit anderen zusammen, durch Interaktion. Ziel ist das Erreichen von individueller Freiheit, von Selbstbestimmung, Kooperationsfähigkeit und Gemeinschaftsgefühl, um als verantwortungsvolles Mitglied in die Gesellschaft hineinzuwachsen und demokratische Grundsätze weiter zu tragen. [23]

GB: social learning

  Spiel Zweckfreie Tätigkeit. Sie wird aus Vergnügen an ihr selbst oder ihrem Gelingen ausgeübt.

Siehe auch: Arbeit.

GB: game

  Spielorientierung Eignet sich als Konzeption und Unterrichtsmethode. Weite Spanne von Lernsituationen, vom völlig freien Spiel (zweckfreies Lernen) bis zu (durch Lehrende) sorgfältig arrangierten Lernsituationen, bei denen das Spielen der Lehrweg ist.  Beispiele:
  • Spielerische Einkleidung des Gegenstandes als Mittel der Unterrichtsgestaltung ("Wir spielen Chemieunfall")
  • Spielerisches Experimentieren ("Was wäre wenn" im Rollenspiel oder Planspiel)
  • Lernspiele (etwa ein Brettspiel mit Würfeln zu Nährstoffen und Vitaminen, Grundbegriffen...). [4] S. 148

Beschreibung mittels Artikulationsstufen nicht bekannt. Sie könnte so aussehen:

  1. Spiel,
  2. Abstraktion,
  3. Sicherung,

wobei der Lehrende in der Abstraktionsphase eine tragende Rolle spielt. Das Spiel kann von ihm oder einem Arrangement von geformten Materialien ausgelöst werden.

Siehe auch Orientierung.

+ Spiralcurriculum Ein Anordnungsmuster für Inhalte, bei dem in gewissen zeitlichen Abständen (meistens Schuljahre) gleiche Inhalte auf höherem Niveau behandelt werden.
  Standard gemeint: Bildungsstandards, siehe dort.
  Station Eines von mehreren Lernarrangements, das von Lernenden in freier oder bestimmter Reihenfolge bearbeitet wird. Dabei kann es sich handeln um
  • offene Formen (Bsp.: es stehen Materialien für Formen der Freiarbeit bereit) oder
  • geschlossene Formen (Bsp.: Experten mit einem Vortrag zu einem sehr begrenzten Thema).
+ Stationenlernen Lehrtechnik. Die Lernenden lernen i.d.R. selbstgesteuert und eigentätig anhand vorbereiteter Materialien, die in Stationen angeordnet sind. Die Lernenden können dabei, je nach Variante (z.B. der Freiarbeit) des Stationenlernens,
  • Schwierigkeitsgrad,
  • Zahl und / oder
  • Zeitpunkt

der Bearbeitung selbst wählen. Dabei sind unterschiedliche Ausmaße der Lenkung durchaus möglich und sinnvoll, etwa

  • welcher Schwierigkeitsgrad muss mindestens bearbeitet werden,
  • welche Stationen sind unbedingt notwendig, welche frei wählbar,
  • welche Stationen bauen aufeinander auf...

Die Reihenfolge der Bearbeitung ist beliebig.

Eine besondere Form ist der Lernzirkel.

+ statische Bilder Unterrichtsmedium aus der Gruppe der vorwiegend fremd gestalteten Medien.

Technik: Bildmaterial folgender Ausprägung (in Klammern benötigte Geräte), z.B.

  • Bild, Text auf Papier: Epidiaskop (historisch), Dokumentenkamera, FlexCam oder WebCam (modern),
  • Diapositiv: Dia-Projektor,
  • Folie auf Kunststofffolie: Tageslichtprojektor = Over Head Projector (OHP),
  • Präsentation mit Hilfe von Software: Datenprojektor = Beamer,
  • Mikroprojektion: Mikroskop oder Dia-Projektor mit besonderem Zubehör,
  • Bild auf Speichermedien wie Festplatten, WWW, solid-state-Speichern u.a.

Einsatz. Teilweise oder vollständige Abdunkelung bei Projektion mit schwachen Lichtquellen oder starker Sonneneinstrahlung erforderlich. Bildquellen können sein:

  • selbst erstellt: Photos, Zeichnungen, Grafiken, Diagramme
  • Schülerbuch: Abbildungen selbst eingescannt oder von Datenträgern, die manche Verlage dem Lehrerband beilegen, zum erstellen von Folien oder mit fertigen digitalen Folien.
  • WWW: Vorsicht im Umgang! Urheberrechtlich ist die Lehrenden-Tätigkeit auch im staatlichen Schulsystem eine kommerzielle Anwendung!

Leistungen. Da es sich um ein Medium mit geringer Informationsdichte handelt, sind die Leistungen nicht eingeschränkt: an jedem didaktischen Ort zu Illustrationszwecken. Man sollte zwei Anwendungen unterscheiden:

  • Arbeits-Bilder: Bilder dürfen hohen Informationsinhalt und viele Elemente enthalten, der Betrachter muss länger verweilen oder benötigt Begleitung durch einen Lernenden oder ausführlichen Text (Aufgabe, Erläuterung usw.).
  • Visualisierungs-Bilder: Bilder sind als Informationsquelle oder Ergänzung zu Text für den visuellen Kanal konzipiert. Der Betrachter verweilt kurze Zeit, das Bild muss einfacher strukturiert, aus weniger als 6 Elementen aufgebaut sein.

Gefahren. Wegen der vermeintlichen Einfachheit werden Bildaussagen durch Autoren und Verlage unterschätzt: es fehlen oft Legenden, aussagekräftige Bildunterschriften, klare Strukturierung, und bei Lehrenden ein Bewusstsein für die richtige Anwendung (siehe oben).

GB: picture

  Stille Post Methodenbaustein im engeren Sinn. Nach dem bekannten Spiel benannt, bei dem sich der Absender einer Nachricht über das Ergebnis amüsiert, das er nach mehreren (geflüsterten) Weitergabestationen zu hören bekommt. Der Methodenbaustein weicht aber in einem wesentlichen Punkt vom Gesellschaftsspiel ab: es geht darum, eine Nachricht möglichst unverfälscht über die Stationen zu transportieren. Dabei werden unterschiedliche Repräsentationsformen für den (chemischen) Inhalt verwendet. Bsp.:
  • Input: Ethanol.
  • Station 1 übersetzt den Namen "Ethanol" in die Strukturformel.
  • Station 2 beschreibt die Strukturformel für Ethanol mit Hilfe von Sätzen.
  • Station 3 baut ein Modell nach den Angaben des Textes von Station 2.
  • Station 4 bezeichnet das Modell mit einem Namen.
  • In einem letzten Schritt wird das Ergebnis von Station 4 mit dem Input in Station 1 verglichen und ggf. der Fehler zurück verfolgt. [nach 43]

Um keine unbeschäftigten Lernendengruppen entstehen zu lassen, werden mehrere Inputs nacheinander losgeschickt.

Sozialform: Gruppenarbeit.

Didaktischer Ort: Festigung.

GB: Chinese Whispers

  Stoff

Umgangssprachlich für den Gegenstand, Inhalt. Der Begriff sollte in der Lehrerbildung vermieden werden.

+ Stoffauswahl, Prinzipien der siehe Prinzipien der Stoffauswahl.
  Strukturdiagramm Methodenbaustein mit Mediencharakter. Abstrakte, netzartige oder hierarchische Darstellung eines mehrteiligen Sachverhaltes so, dass eine innere Struktur bzw. Logik ersichtlich wird. Erst das Erstellen eines Strukturdiagramms durch Lernende ggf. zusammen mit Lehrenden macht aus der rein bildlichen Darstellung ein methodisches Vorgehen.  [nach 52, verändert]

Sozialform: Partner-, Gruppen- oder Klassenarbeit.

Didaktischer Ort: Erarbeitung, Festigung.

Bsp.: Stoffe, Lehrerinfo und Vorlagen, ppt 74k
          Lösung, ppt 57k

GB: structure diagram

+ Strukturmodell Materielle, dreidimensionale Darstellungen.

Grundsätzlich können dargestellt werden:

  • makroskopische (z.B. Kernkraftwerk, Kläranlage, Fraktionierturm...) oder
  • submikroskopische Strukturen (z.B. Moleküle, Gitter, Atomorbitale...).

Typische Darstellungsformen für submikroskopische Strukturen sind:

  • Kalotten (Atome als Kugeln und Bindungslängen sind gleichermaßen maßstabsgetreu dargestellt)
  • Kugel-Stäbchen (Atome sind als Kugeln in einem kleineren Maßstab als die Bindungslängen dargestellt, so dass Bindungen in Form von Stäbchen sichtbar werden)
  • Stäbchen- und Drahtmodell (Atome sind nicht mehr als Kugeln dargestellt, man erkennt ihre Position höchstens an Knicken der Stäbchen oder des dünnen Drahtes).

Visualisierung, pptx

GB: ?

  strukturorientiert

Methodisches Vorgehen, für das als Leitlinie Struktur-Eigenschafts-Beziehungen gewählt wurden. [81] Von Beginn an werden Phänomene mit der submikroskopischen Erkenntnisebene systematisch u.a. dadurch verknüpft, dass die Lernenden selbst Modelle bauen.

Wegen der breiten Wirkung ist der Begriff wahrscheinlich eher als Konzeption zu verstehen. Eine Beschreibung in Stufen ist nicht bekannt.

GB: ?

+ Stundenbild

Syn.: Unterrichtskonzeption, -sequenz, -skizze.

Grober, schriftlicher Unterrichtsplan, der den Unterrichtsverlauf, gegliedert nach Lehrzielen, Medien sowie methodischen Überlegungen erkennen lässt.

Für Prüfungssituationen muss der zeitliche Umfang (z.B. im Hinblick auf eine Unterrichtseinheit, Unterrichtsstunde) sowie die Schwerpunktsetzung (z.B. Anordnung der Feinziele oder Modellbildung) angegeben werden, siehe Unterrichtsentwurf.

GB: lesson plan

+ submikroskopisch Erkenntnisebene in der Chemie, die die abstrakte Teilchenebene umfasst. Eine scharfe Grenze zur makroskopischen Ebene lässt sich nicht sinnvoll definieren.

Die submikroskopische Ebene ist für Lernende nicht direkt zugänglich, man benötigt Modelle. Dies führt zu besonderen didaktischen Problemen, was die Abstraktionsfähigkeit der Lernenden betrifft. Man geht davon aus, dass erst formale Denker (nach Piaget) auf dieser Erkenntnisebene erfolgreich operieren können. Konkrete Denker sind auf materielle Modelle angewiesen.

Auf diese Ebene gehören Molekülbau und Atomstruktur sowie chemische Vorgänge, sofern sie mit einzelnen Teilchen  möglich sind (z.B. Ionenbildung, Elektronenabgabe und -aufnahme, Protonierungen).

Siehe auch makroskopische Ebene.

  Synthese Fünfte von 6 kognitiven Denkstufen nach der Bloomschen Taxonomie.
+ SVO-Verfahren "Das an der Schülervorstellung orientierte Unterrichtsverfahren", kurz SVO-Verfahren, folgt zwar in weiten Teilen dem forschenden UV, unterscheidet sich aber deutlich in der Zielrichtung, Fehlvorstellungen der Lernenden zu fachlichen Inhalten zu korrigieren. Artikulationsstufen:
  1. Problemgewinnung
  2. Planung der Lösung
  3. Durchführung
  4. Abstraktion
  5. Festigung
  6. Anwendung
  7. Metakognition.

Dabei geht die Problemgewinnung schon von einer bekannten Fehlvorstellung aus, die in der Durchführung anhand eines Experimentes widerlegt wird. Zur Verstärkung muss jedoch mit Hilfe weiterer Experimente die Leistungsfähigkeit der neuen Deutung in der Phase der Anwendung gezeigt werden. In der Phase der Metakognition ist die eigene, nun veränderte Denkweise (der Kompetenzzuwachs) Gegenstand der Betrachtung durch die Lernenden. [nach 47]

GB: -

+ Tafel Eine Unterrichtsmedium aus der Gruppe der selbstgestalteten Medien, das in vielen Formen vorkommt. Information und didaktische Intention stammen ausschließlich vom Lehrenden, Informationsträger ist das Gehirn und Geräte sind nur bei modernen interaktiven Formen erforderlich (s.u.).

Gemeinsam ist allen eine großformatige Fläche, auf die mit unterschiedlichen Stiften geschrieben wird. Die bedeutendsten Formen:

  1. Kreidetafel
    • Technik: Fläche aus emailliertem Stahlblech oder farblich unterlegtem Glas, wobei die Oberflächen angeraut sind, damit sich Kreide beim Schreiben abreibt. Früher wurde schwarze Farbe bevorzugt, heute eher grün.
    • Einsatz: frontal positioniert in der Regel im lehrerzentrierten Unterricht zu vielfältigen Zwecken.
    • Vorteile: stets in Klassenzimmern vorhanden, nicht von weiterer Technik abhängig, in der Regel von allen Klassenmitgliedern gut einzusehen, auch für den Einsatz von Applikationen (Styropor, Moosgummi, Magnete) geeignet.
    • Probleme: inverse Kontrastierung, flüchtig (nach Wischen Inhalt nicht mehr rekonstruierbar), Format entspricht nicht dem Heftformat, Wischphasen unterbrechen u.U. Gedankenfluss.
    • Tipps: Wischphasen für Erholungsphasen nutzen, Fläche trennen in Notizen- und Übernahmeteil.
  2. weiße Tafel (syn. "whiteboard")
    • Technik: glatte Fläche aus weiß emailliertem Stahlblech oder kunststoffbeschichtetem Holz zur Beschriftung mit bestimmten Filzstiften. Gewischt wird mit Filzstücken und gelegentlich alkoholhaltigem Lösemittel.
    • Einsatz: frontal positioniert in der Regel im lehrerzentrierten Unterricht zu vielfältigen Zwecken.
    • Vorteile gegenüber Kreidetafel: keine Produktion von Kreidestaub, keine inverse Kontrastierung, auch Projektion möglich.
    • Probleme: flüchtig, Format entspricht nicht dem Heftformat, Wischphasen unterbrechen u.U. Gedankenfluss.
  3. Flip-Chart
  4. Flanelltafel
    • Technik: große Fläche aus unterschiedlichen Materialien, die mit Flanellstoff bespannt ist; dadurch haften Klettbänder.
    • Einsatz usw.: wie Pinwand.
  5. Pinnwand (auch Pinwand)
    • Technik: große Fläche aus unterschiedlichen Materialien, die für Reiss- oder Stecknadeln perforierbar sind (Kork, Kunststoff, Weichholz...)
    • Einsatz: frontal positioniert in der Regel in der Ergebnissicherungsphase von Gruppenunterricht.
    • Vorteile gegenüber Kreidetafel: Strukturierungsmaßnahmen möglich.
    • Probleme: Schreiben nur auf Kärtchen möglich, daher Schriftgröße sehr begrenzt; in der Regel nur bei kleinen Gruppen einsetzbar.
  6. interaktive Tafel.

Für alle Tafelformen gibt es unterschiedliche Bauarten, die u.U. kombiniert vorkommen können:

  • einfach (an der Fand oder einem Gestell fest installiert)
  • Rolltafel (an einem beweglichen Gestell befestigt)
  • Wendetafel (Tafel lässt sich um die Längsachse drehen)
  • Schiebetafel (Tafel lässt sich an einem Gestell in der Höhe oder einem Schienensystem seitlich verschieben)
  • Klapptafel (Flügel rechts und links einer Haupttafel lassen sich ausklappen).

nach [6n].

GB: chalkboard, blackboard, whiteboard

+ technisches Unterrichtsverfahren Bei diesem Unterrichtsverfahren folgen die Lernenden den Kerntätigkeiten von Ingenieuren: Entwerfen, Konstruieren, Messen, Prüfen, Testen, Planen und Realisieren. Dieses UV folgt phasenweise dem forschenden und dem projektorientierten Verfahren, unterscheidet sich aber auch deutlich in anderen:
  1. Entwerfen und Konstruieren
  2. Beschaffen und Organisieren
  3. Fertigen
  4. Testen und Optimieren
  5. Präsentieren.

Je nach Schwerpunkt und geplantem Zeiteinsatz kann man Varianten unterscheiden, z.B.:

  • technisch-erfindend (alle Phasen werden auf hohem Niveau durchschritten)
  • technisch-nachmachend (1., 2. und 4. Phase reduziert, da die Lösung schon existiert und zu Lernzwecken nur nachvollzogen wird)
  • technisch-untersuchend (statt 1. wird man eine existierende Lösung untersuchen, 2.-4. auf niedrigem Niveau nachvollziehen und als 5. das Ergebnis der Untersuchung präsentieren).

[46]

GB: technisch = technology

  Teleologie Ausgangsfrage: Wozu geschieht etwas (Frage nach dem Zweck, Absicht, Ziel, Sinn)? Antwort: Ergebnis von Denkprozessen, teilweise Experimenten; hoher Anteil an Interpretation. In Naturwissenschaften sehr selten. [7]
+ Theorie Eine Theorie umfasst das formulierte Gesetz, seine Deutung und Aussagen über den Gültigkeits- oder Anwendungsbereich. [6]
+ Tools Software aus der Gruppe der Lernprogramme. Meistens einfachere Programme, die dem Nutzer (komplizierte) Berechnungen abnehmen. Sie erklären nicht, wie die Ergebnisse zustande kommen.
  • Technik: Software für verschiedene Betriebssysteme.
  • Einsatz: unterstützend in Tutorien oder an den didaktischen Orten Erarbeiten und Festigen.
  • Vorteile: nehmen den Lernenden stupide Routineberechnungen ab.
  • Gefahren: zugrunde liegende Formeln und Verfahren müssen zumindest in Grundzügen bekannt sein.

Bsp.:

  • Berechnung von molaren Massen aus der Molekülformel
  • Darstellung vorhandener 2D als 3D-Formeln
  • automatische Benennung von organischen Verbindungen bei bekannter Strukturformel...

GB: electronic tools

+ Transfer

Dritter von vier Schwierigkeitsgraden eines kognitiven Lehrprozesses; verlangt wird die Übertragung von Grundprinzipien auf eine neue, aber der Behandelten ähnlichen Aufgabe. [4] S.140

GB: transfer

+ Tutorien Im weitesten Sinn: ein Kurs, ein Lehrgang, geleitet von erfahrenen Personen (Tutoren), nicht unbedingt professionellen Lehrenden.

Hier: Software aus der Gruppe der Lehrprogramme. Wir unterscheiden [nach 10]:

  • einfache Tutorien sind streng geführte, mehr oder weniger lineare Lehrgänge, die durch verschiedene Serviceangebote wie Glossar, Navigationshilfe oder Aufgabensammlung ergänzt sein können. Bsp.: MOLiS
  • adaptive Tutorien stellen sich durch Eingangstests und Auswertung von Erfolgskontrollen in gewisser Weise auf Lernende ein und bieten davon abhängig andere Lernwege oder Schwierigkeitsgrade bei Aufgaben.
  • intelligente tutorielle Systeme (ITS) sind dem menschlichen Lehrenden am nächsten: sie stellen sich auf Grund komplexerer Analyse (künstliche Intelligenz) des Lernenden-Verhaltens individuell und differenziert auf seine Bedürfnisse ein. Bsp. aus der Chemie sind nicht bekannt.

 

  • Technik: Software für verschiedene Betriebssysteme.
  • Einsatz: an allen didaktischen Orten möglich.
  • Vorteile: eine Möglichkeit des Methodenwechsels hin zu mehr Selbsttätigkeit und offenerem Unterricht.
  • Gefahren: Versprechen der Tutorien werden fachlich und/oder methodisch nicht eingehalten. Bedienung durch Lernende muss gelernt werden.

Syn.: Tutorial (Anglizismus)

GB: tutorial, adaptive tutorial, ITS

Legende:
[n]   Quellenangabe, wobei n = Laufende Nummer aus dem Quellenverzeichnis.
fett Hervorhebungen sowie, bei Verbreitung mehrerer Synonyme, der vom Autorenkreis bevorzugte.

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