Stand: 20.04.16


Begriffssystem zur Fachdidaktik Chemie

M - P


GW Begriff

Definition

+ makromethodische Maßnahmen Der Begriff soll eine Vielzahl von methodischen Maßnahmen zusammen fassen, die sich zeitlich im Bereich von mehreren Unterrichtsstunden, inhaltlich im Bereich von Grobzielen und Lehrgängen, sowie methodisch im Bereich oberhalb von Unterrichtsmethoden, von Konzeptionen, (Lehr-, Unterrichts-)Prinzipien u.ä. ansiedeln lassen.
Die Praxis muss noch zeigen, ob es sinnvoll ist, die ebenfalls sehr weit reichenden Maßnahmen wie didaktische Reduktion, Basiskonzepte, Kompetenzbereiche u.ä. hier zu subsummieren.
+ makroskopisch(e Ebene) Erkenntnisebene in der Chemie, die die mit freiem Auge erfassbaren Größenordnungen umfasst. Eine scharfe Grenze zur submikroskopischen Ebene lässt sich nicht sinnvoll definieren.

Die makroskopische Ebene ist für alle Lernenden ohne besondere Schwierigkeiten zugänglich, weil sie die sinnlich erfassbare Stoffebene darstellen soll. Hierzu gehören physikalische Eigenschaften wie Farbe, Zerteilungsgrad (z.B. Pulver, Granulat oder Stück), Glanz, Siedepunkt, elektrische Leitfähigkeit u.ä. sowie einige chemische Eigenschaften (z.B. pH-Wert), da sie erst ab einer minimalen Stoffportion auftauchen.

Siehe auch submikroskopische Ebene.

+ materiell(e Modelle) Gruppe von Modellen, die im Prinzip anfassbare Modelle (aus Materie) beinhaltet.

Wir zählen hierzu:

  Mathetik gr. mathein = etwas lernen. Comenius: lat. ars discendi= Kunst vom Lernen.

Mathetik ist die Wissenschaft vom Lernen.

Siehe Ausführungen unter Didaktik.

  Medien Wir unterscheiden die Medienklassen:

Das geling allerdings nicht trennscharf: z.B. die Massenmedien Buch, "CD" und "Internet" bzw. WWW spielen als Unterrichtsmedien und Informationsmedien eine Rolle, unterscheiden sich aber z.B. durch geprüften Inhalt und/oder die Auflagenstärke.

GB: media education resources

  Medienkompetenz Medienkompetenz sollte für die jeweils betroffene Anwendergruppe unterschiedlich definiert werden:
  1. Lernende sind medienkompetent, wenn sie das sachgerechte Bedienen der Medien (z.B. Doppelklicken, Ziehen, Schließen...) sowie deren Nutzung beherrschen (Fähigkeit zur vernünftigen Auswahl, sich einen Überblick über das Angebot verschaffen, Wirkungen bedenken, Botschaften überprüfen und den Konsum reflektieren).
  2. Lehrende sind medienkompetent, wenn sie zusätzlich Gestaltung beherrschen (ist die unterrichtsthematische Ausformung, das fachgerechte Abändern bereits konzipierter Medien, z.B. von Arbeitsblättern, Folien, im Dienst eines angepassten Lehrzieles. Medienkunde ergänzt die Kenntnisse durch solche aus der Mediengeschichte, -technik, -wirkung und -recht: man kann über Zusammenhänge und Einflüsse kommunizieren.
  3. Darüber hinausgehend können Lehrende weitere Medienkompetenz erreichen, wenn sie zusätzlich Mediendidaktik und -pädagogik beherrschen (in unterschiedlich weitreichendem Maß Medienparameter hinterfragen, abändern, neu konzipieren bzw. negative Auswirkungen aufarbeiten). [nach 25]

GB: media literacy

  Memory® Der Begriff sollte vermieden werden, da es sich um einen eingetragenen Markennamen der Fa. Ravensburger handelt. Für ähnliche Methodenbausteine empfehlen wir die Bezeichnung Chemory.
+ Messwerterfassung, computergestützt Spezielle Variante des Experiments, bei dem ein Computer als Messgerät zum Einsatz kommt. Messwerte werden gespeichert, grafisch dargestellt und ausgewertet.
  • Technik: Erforderlich sind neben dem Computer Zusatz-Hardware (A/D-Wandler, Messfühler und Adapter bzw. Verstärker, oft bis auf die Messfühler in einem einzigen Gerät vereinigt) und Software (Treiber, Darstellung, Auswertung).
  • Einsatz: An allen didaktischen Orten möglich, wegen der nicht ganz einfachen Bedienung in der Regel durch Lehrende. Nach einer intensiven Einweisung sind Schülerexperimente gut möglich (Titration, Temperatur- oder Masseänderungen verfolgen).
  • Vorteile: Datensammlung über sehr kurze oder lange Zeiträume möglich, gleichzeitig grafische Darstellung.
  • Probleme: Intensive Einweisung erforderlich.
  • Tipps: Es finden sich im WWW für jeden Hersteller Homepages mit Anleitung und Experimente-sammlungen einschließlich der nötigen Einstellparameter-Dateien.

GB: computer assisted data logging

+ Metakognition Peterßen S. 192
+ Methode
(Unterrichts~)
gr. methodos = einen Weg nachgehen.

Im allgemeinen Sinn in Zusammenhang mit Unterricht: Eine Unterrichtsmethode (UM) beschreibt einen überlegten, begründeten Weg, wie der Lehrende den Lernenden von seinem aktuellen Wissensstand zum angestrebten Unterrichtsziel bringen möchte.

Notwendige Elemente für diese Beschreibung sind:

  1. Die Angabe des Lehrzieles,
  2. Die Beschreibung der Methode (z.B. nach einem Stufenmodell; siehe Artikulationsmodell), wie das Lehrziel erreicht werden soll und
  3. Die Formulierung von Erfolgskontrollen, mit deren Hilfe das Ausmaß des Erreichens des Lehrzieles überprüft wird.

Die planerischen Bemühungen des Lehrenden bringen in der Unterrichtsmethode die fachlichen Inhalte (Inhaltebaustein) mit den methodischen Bemühungen (Festlegen der Aktionsform, Sozialform, Artikulationsstufen) zusammen.

Grundsätzlich sind beliebig viele Unterrichtsmethoden denkbar. In der Literatur wurden z.B. beschrieben:

  • die forschend-entwickelnde UM (H. Schmidkunz)
  • die Projekt-Methode (nach G. Kerschensteiner)
  • die technische UM (W. Wagner)
  • die historisch-problemorientiert UM (W. Jansen)
  • die an Schülervorstellungen orientierte UM (M. Oetken)...

Methodische Überlegungen laufen auf den drei Ebenen ab:

Glöckel [4] weist auf den extensiven, sehr unkritischen Gebrauch des Begriffes in der Pädagogik und Didaktik hin. Wir empfehlen die Verwendung von "Unterrichtsmethode" im o.a. Sinn.

Visualisierung und Zusammenhänge:

Syn.: Unterrichtsverfahren, Unterrichtsmethode, gelegentlich Lernzyklus.

GB: teaching method, educational method, instructional method (der Begriff ist auch im englischsprachigen Raum wenig konkret fassbar)

  Methodik

Historische Bezeichnung für "Methodenlehre". Früher wurde Methodik gleichwertig neben Didaktik gestellt ("Lehrbuch der Methodik und Didaktik des Chemieunterrichts"). Heute versteht man Didaktik als übergeordneten Begriff, Methodik als eine Teilaufgabe der Didaktik als Wissenschaft.

GB: methodology

+ Methodenbaustein

Als "Methodenwerkzeug" wenig scharf gefasster Begriff, der eine Reihe von methodischen Maßnahmen, Ideen zu verbreiten sucht (Dauer: Minuten bis Stunden, unterschiedliche Sozial- und Aktionsformen, in der Regel zum Zweck der Festigung von Ergebnissen des Lernprozesses).

Wir verstehen unter Methodenbaustein im allgemeinen Sinn jenen Teil einer Unterrichtsmethode, der eine bestimmte Artikulationsstufe mit einer Sozialform und einer Aktionsform zusammen bringt. Eng damit verbunden ist der inhaltliche Baustein, der zu den methodischen Maßnahmen die Inhalte liefert.

Im engeren Sinn ist ein Methodenbaustein eine unterrichtliche Idee, die sich auf einen konkreten Inhalt bezieht und passgenau für einen ganz bestimmten didaktischen Ort (Zweck) vorbereitet und beschrieben ist.

Beispiele:

Methodenbaustein [43] Did. Ort (Stufe, Phase)
Bildergeschichte Einstieg, Problemfindung
abgestufte Lernhilfe, Expertenkongress, Filmleiste Erarbeitung
Begriffsnetz, Domino, Kugellager Festigung
Lückentext, Memory, Puzzle, Stille Post... Erfolgskontrolle

Hinweis: die Bezeichnungen der Beispiele sind nicht eindeutig; unter ein- und derselben Bezeichnung können unterschiedliche, unter verschiedenen Bezeichnungen gleiche Methodenbausteine in der Literatur gefunden werden. Als Systematik schlagen wir vor:

  1. Methodenbausteine im engeren Sinn (Teil einer Unterrichtsmethode), z.B. Bildergeschichte, abgestufte Lernhilfe, Filmleiste, Chemory...
  2. "Methodenbausteine mit wesentlichen Merkmalen einer Unterrichtsmethode", z.B. Expertenkongress, ~karussel, Lernfabrik.
  3. Methodenbausteine mit Mediencharakter, z.B. Strukturdiagramm, Lückentext, MindMap...

Eine klare Abgrenzung ist nicht möglich, es gibt viele Überschneidungen und Übergänge.

syn. "Methodenwerkzeug", Mini-Methode, methodischer Baustein, Lehrtechnik, Lehrakt.

GB: -

+ mikromethodische Maßnahmen Der Begriff soll eine Vielzahl von methodischen Maßnahmen zusammen fassen, die sich zeitlich im Bereich von einigen Minuten, inhaltlich im Bereich von Fein(st)zielen und einzelnen (Artikulations-)Stufen, sowie methodisch unterhalb von Unterrichtsmethoden im Bereich von Methodenbausteinen u.ä. ansiedeln lassen.
Die Praxis muss noch zeigen, ob es sinnvoll ist, Sozialformen, Aktionsformen und räumliche Ordnung auch hier zu subsummieren.
+ mind-mapping Im allgemeinen Sinn Lehrtechnik, bei der ein Wissensstand dargestellt wird. Man kann unterscheiden:
  • zusammenhanglose Darstellung als Stichwortliste, von
  • Darstellung mit graphischen Hilfen, die die Position in einem Begriffsnetz aufzeigen (Linien, Sterne, Gruppen...)

Mind-mapping als Prozess kann an unterschiedlichen didaktischen Orten sinnvoll genutzt werden: zum Einstieg, als Diagnose des Wissensstandes vor oder nach der Arbeitsphase, zum Vergleich des Vorher und Nachher... [nach 24]. Die Lehrtechnik hat ihre Stärken in der Einzelarbeit, wobei sie auch als Lerntechnik eingesetzt werden kann.

Problematisch ist bei Gruppen- oder Klassenarbeit, wessen "mind gemapped" wird. Wenn zu sehr durch den Lehrenden gelenkt wird, wird es eine Lehrer-mind-map und verfehlt weitgehend ihre spezifische Leistung.

Im engeren Sinn kann mind-mapping als Methodenbaustein geführt werden, wenn dem mapping-Prozess ("brainstorming") ein konkreter thematischer Rahmen gegeben und dieser mit seinen didaktischen Stärken und Schwächen sowie dem konkreten didaktischen Ort beschrieben wird.

Eine mind-map selber als Ergebnis des mapping-Prozesses ist im allgemeinen Sinn als Medium zu behandeln. [nach 52]

Siehe auch Begriffsnetz.

+ Modell Verkleinerungsform von "modus" (lat.: Maß, Grundmaß).

Medium aus der Gruppe der vorwiegend fremd gestalteten Medien (vorwiegend bedeutet, dass es auch selbstgestaltete Modelle geben kann, wenn sie der Lehrende selber erstellt hat).

Im Zusammenhang mit dem Fach Chemie bezeichnet der Begriff

  • Muster, Vorbilder, Entwürfe, "Verkleinerungen" von Realobjekten (im direkten Sinn, z.B. Raffinerie),
  • schematische, vereinfachte, idealisierende Darstellungen von Objekten oder Bereichen zum Zweck der Verdeutlichung bei vielschichtigen Funktionen, Beziehungen und Zusammenhängen (z.B. die chemische Gleichung mit einem einzigen Produkt)
  • Vergegenständlichungen von nicht direkt beobachtbaren Phänomenen (Kugel-Stab-Modell des Wassermoleküls).

Wir teilen Modellarten nach zwei Systemen ein:

Statische Modelle bleiben in der einmal eingestellten Lagebeziehung (z.B. Methanmolekül mit dem Baukasten MOLYMOD erstellt), mit dynamischen, materiellen Modellen können z.B. verschiedene Konformere des Ethans dargestellt werden, weil sich die Methylgruppen um die C-C-Bindung auch praktisch auf Grund der Materialwahl drehen lassen..

Die beiden Einteilungsmöglichkeiten können gemeinsam in einem zweidimensionalen Diagramm dargestellt werden. Dabei sind die Übergänge in vielen Fällen fließend.

Visualisierung, pptx

GB: model

  Modellbildungs-system Form des Unterrichtsmediums Modelle, gleichzeitig eine Art Lehrprogramme: meistens Software, die vermutete gegenseitige Abhängigkeiten mehrerer Variablen mangels fehlender Überblickbarkeit darstellen, sogar neue ausfindig machen soll.

Beispiele aus der reinen Chemie sind nicht bekannt. In der Technischen Chemie mögen sie zur Planung größerer Fertigungsanlagen in einmaliger Zusammenstellung, in der Toxikologie und Agrochemie zum Studium von Wirkungen von Substanzgemischen, die z.B. erst in der Natur aufeinander treffen, verwendet werden.

Nicht zu verwechseln mit Simulation.

  Modellexperiment Unterrichtsmedium, das teilweise zur Unterklasse der Primärerfahrungen gehört (Experiment), teilweise zu den Sekundärerfahrungen (Modellcharakter). Meistens ein Experiment mit Modellsubstanzen. Es soll einen Begriff oder ein Verhalten der Modellsubstanzen erfahrbar machen, weil der Einsatz echter Substanzen aus unterschiedlichen Gründen unmöglich ist (Preis, Gefahr, Verfügbarkeit, Immaterialität, ethische Vertretbarkeit).

Bsp.: Modellexperiment zur Aktivierungsenthalpie: aus einem hoch stehenden Gefäß (Energieinhalt der Edukte) wird durch Pusten (Energiezufuhr) eine gefärbte Flüssigkeit in ein gebogenes Glasrohr gedrückt, bis es über den Bogen nach oben weiter unter das Niveau des ersten Gefäßes in ein zweites, tiefer stehendes (Energieinhalt der Produkte) von selber (exotherm bzw. exergon) läuft. Der Experimentalaufbau ist ein Modell für das Energieprofil, die immateriellen Systemteile haben jeweils eine materielle, modellhafte Entsprechung.

  Modellsubstanz Unterrichtsmedium, das teilweise zur Unterklasse der Primärerfahrungen gehört (Substanz), teilweise zu den Sekundärerfahrungen (Modellcharakter). Manche Substanzen müssen nicht in jedem Fall im Original für ein Experiment eingesetzt werden, weil sie zu teuer, zu gefährlich, zu wenig verfügbar oder ethisch nicht vertretbar sind.

Bsp.: Für den Test, wie man den Kampfstoff VX wirkungsvoll vernichten kann, wird aus Sicherheitsgründen die Modellsubstanz Tributylphosphat statt VX verwendet. Erst abschließend erfolgen auch ganz wenige Realexperimente.

  Montessori-Material (~Kisten) Angebote an Montessori-Materialien ist (für Kindergarten und Grundschule) groß, eine klare Kriterienbeschreibung fehlt. Gemeinsamkeiten aus mehreren Quellen sind (in Klammern der Zweck):
  1. ist einfach (verspricht Erfolg)
  2. von hoher ästhetischer und materieller Qualität (ansprechend, robust, natürliche Materialien, für die Chemie empfehlen wir allerdings transparenten Kunststoff)
  3. fordert von sich aus zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Inhalt heraus (Selbsttätigkeit)
  4. ermöglicht forschendes, entdeckendes, autonomes Lernen (offene Unterrichtsmethoden)
  5. ermöglicht Zugänge mit mehreren bis allen Sinnen (Schulung mehrerer Aufnahmekanäle)
  6. erstreckt sich über ein Unterrichtsziel (Partikularisierung)
  7. das Ziel soll über mehrere Wege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades erreicht werden können (Differenzierung)
  8. ermöglicht Erfolgskontrollen durch den Lernenden selbst (fundierte Selbsteinschätzung)
  9. enthält alle Informationen, die der Lernende benötigt, aber in einer Form, die nicht Ergebnisse vorweg nimmt
  10. enthält eine Arbeitsanleitung, aber nur so weit reichend, dass nicht Ergebnisse vorweg genommen werden und dass Lernende selbständig, ohne Lehrende, die Anforderung erfüllen können
  11. alle Materialien (Anleitung, Kontrollen, Arbeitsmittel usw.) sind in einer Kiste zusammen untergebracht
  12. die Kiste befindet sich an einem festen Ort, nach Zielen geordnet (Organisiertheit)
  13. jede Kiste ist für eine Lernenden-Gruppe (Klasse?) nur einmal vorhanden (Sozialverhalten)
  14. ist immer verfügbar (offener Unterricht).


Bsp.: Experiment in Montessori-Form zum Thema Daniell-Element

Siehe auch: Erfahrungskisten.

  Motivation a. Ethologische Variante: Alle Bedingungen, welche die Aktivität eines (i.w.S.) Organismus (i.e.S. Menschen) ankurbeln und die Variation dieser Aktivität nach Richtung, Quantität und Intensität bestimmen. [9] S. 98

b. Didaktische Variante: Drei Faktoren wirken zusammen und erzeugen Motive:

  • Vorkenntnisse bzw. Grundwissen,
  • neue Informationen und
  • Nutzenerkennung, dass die Informationsaufnahme und Integration eine Problemlösung ermöglicht. [5]

Motive wecken Lernbereitschaft, Interesse und halten diese in Gang. [4] S. 297ff

  Multimedia Bezeichnung von Medien im jenem Fall, in dem mehrere der Grundmedien (hier: Unterrichtsmedien) kombiniert werden.

Mittlerweile überflüssiger Begriff. Er wurde vorübergehend hauptsächlich für audiovisuelle Beiträge des WWW verwendet, die mit Hypertext-Navigation verbunden war. Dabei wurde Hypertext-Navigation fälschlicher Weise als "interaktiv" bezeichnet.

Wenn es einer Definition bedarf, ist die folgende hilfreich: Bei Multimedialität müssen mehrere Kodierungsformen (Multikodalität, z.B. textlich und bildlich) und Sinnesmodalitäten (Multimodalität, z.B. auditiv und visuell) eingesetzt werden. [nach 76]

  Naturwissenschaft Naturwissenschaft beschäftigt sich mit beobachtbaren Phänomenen der belebten und unbelebten Natur, sofern sie nicht durch das menschliche Denken bedingt sind. [7]

Bsp.: Physik, Chemie, Astronomie, Geowissenschaften, Biologie, Paläontologie, Medizin und Veterinärmedizin (Mathematik ist, je nach Fall, Voraussetzung, Methode oder Hilfsmittel).

GB: science

  naturwissenschaftliche Arbeitsweise

Allen Naturwissenschaften gemeinsame Arbeitsweise, wie man Fragen an die Natur stellt und mit Antworten darauf umgeht. Die Stufen sind:

  1. Einzelbeobachtung(en) (Erstellen der Induktionsbasis)
  2. Formulierung von Hypothesen
  3. Verifizierung oder Falsifizierung der Hypothesen mit Hilfe von Experimenten
  4. Formulierung von Gesetzen
  5. Formulierung von Theorien
  6. (Entdecken von Naturgesetzen). [nach 6]

Die Stufen werden im Forschungsbetrieb sowohl von 1 nach 6 (induktiv) als auch umgekehrt (deduktiv), oft in mehrfachem Wechsel, durchlaufen.

Visualisierung, pptx
 

  Normalverfahren Schmeichelhafte Bezeichnung für fragenorientiertes unterrichtliches Vorgehen, das im 20. Jh. weit verbreitet war, den Anforderungen an eine Unterrichtsmethode in der Regel aber nicht genügte: Unterrichtsphasen bzw. Artikulationsstufen waren beliebig.

Siehe auch fragendes Unterrichtsverfahren.

+ Note Element der Leistungsmessung und Bewertung: Zahlenwert, der einer Leistung zugeordnet wird.

Im deutschen Bildungssystem sind drei Notensysteme gängig: ganzzahlige Werte von 1-6 (beste Note ist die 1), das ebenfalls ganzzahlige Punktesystem der Oberstufe von 0-15 (beste Bewertung 15 Punkte), sowie das an Hochschulen verbreitet System mit Werten von 1-5, wobei von 1-4 Drittelwerte (z.B. 2,0 2,3 und 2,6) vorkommen.

Während die Einen an die Aussagekraft von Noten glauben, gibt es eine lange Reihe von Kritikpunkten:

  • Noten erfassen meistens nur kognitive Leistungen, ignorieren andere Fähigkeiten des Bewerteten,
  • bilden Leistungen zu grob ab,
  • erfassen Leistungen nur punktuell, ignorieren das Ausmaß einer Veränderung,
  • geben nur den Anschein von Exaktheit, unterscheiden sich je nach Bewertendem, Fach, Schule oder Bundesland erheblich...

Viele "Schulen besonderer Art" sowie die meisten anderen Ländern verzichten über weite Strecken auf Ziffernnoten oder ergänzen sie durch Angaben wie z.B. "Note 3: gehört damit zum besten Drittel der Jahrgangsstufe", was die Aussagekraft deutlich erhöht.

Visualisierung mit Beispiel:

GB: mark

+ offene Unterrichts-methoden Unterrichtsmethoden, in denen die Parameter nicht vollständig vorausgeplant werden, sondern vom Lernenden mitbestimmt, im Grenzfall frei gewählt werden können.
[nach 4]

Parameter (aus Lernenden-Sicht):

  • Inhalt (was wollen wir lernen?),
  • Unterrichtsmethode (wie wollen wir lernen?),
  • Arbeitsform (welche Aufgabe hat dabei der Lehrende?)
  • Sozialform (mit wem will ich lernen?),
  • Zeit (wann wollen wir den Inhalt lernen?),
  • Ort (wo wollen wir lernen?).

Da der extrem offene Grenzfall so selten in der Praxis auftritt, bezeichnen wir alle eingeschränkter offenen UM als "offener".

Beispiele:

  • Projekt (maximal offen)
  • projektorientiert (teilweise offen)
  • entdeckend (teilweise offen)
  • forschend (bei fachgemäßem Einsatz überwiegend offen).

GB: open learning / teaching method; pupil centered learning

+ operationalisierte Lehrziele Formulierung von Lehrzielen mit Hilfe von Verhaltensbegriffen unter möglichst exakter Angabe von Verhaltensbedingungen und Beurteilungsmaßstäben. [4] S.138
+ Operatoren

Hilfen zur exakten Formulierung von Fragen und Aufgaben über das Fachliche hinaus. Sie gehen auf die Bloomsche Taxonomie zurück.
Für Bayern hat das ISB für jedes Fach eine umfassende Liste von Operatoren nebst Erklärung veröffentlicht (Operatorenliste). Unstrukturiert ist jedoch die Verwendung durch Lehrende und Lernende sehr schwierig. Strukturierung kann nach mindestens zwei Kriterien erfolgen:

  • nach kognitiven und handlungsorientierten Leistungen (Bsp. 1, zusätzlich gekürzt und nach Schwierigkeit drei subjektiven Stufen zugeordnet) oder
  • nach Kompetenz- und Anforderungsbereichen (Bsp. 2).

GB: low / high order questioning

  Orientierung Als Nachwort nicht konsistent gebraucht (z.B. Problemorientierung, Projektorientierung, Kompetenzorientierung). Wir unterscheiden zwei Fälle:
  • im allgemeinen Sinn z.B. bei Konzeptionen die Bezeichnung des Begriffsfeldes, das die Konzeption maßgeblich beeinflusst hat (z.B. eine Unterrichtskonzeption, die sich an den Kompetenzen im Sinne der KMK orientiert);
  • im engeren Sinn z.B. bei Unterrichtsmethoden, wenn nicht eine in der Literatur beschriebene Reinform, sondern eine Variante oder Mischform mit einer oder mehreren anderen Unterrichtsmethoden verwendet wird (Projektmethode nach Dewey oder Kerschensteiner gegenüber einer Unterrichtsmethode, die daran nur angelehnt ist, indem z.B. die Projektinitiative vom Lehrenden und nicht vom Lernenden stammt).
  Organisationsform Syn. Unterrichtsform.
  Pädagogik gr. pais=Kind und paideia=Erziehung; paideuein=ein Kind erziehen. Interessant: paid-gogos=Sklave, der die Kinder aus dem Elternhaus in die Schule geleitet.

i.w.S.: Auch laienhafte Gedanken über und Maßnahmen von Erziehung. [4n]

i.e.S.: Sammelbezeichnung für eine Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen, deren gemeinsames Anliegen die Beschäftigung mit Erziehung ist. [7]

GB: paedagogy

+ Partikularisierung Eine der Maßnahmen zur didaktischen Reduktion: durch Aufgliedern in Teilaspekte und unterrichtliche Berücksichtigung nach ihrem Komplexitätsgrad wird ein fachlicher Inhalt für einen bestimmten Kreis von Lernenden verständlich.
+ Partnerarbeit Sozialform, bei der zwei Lernende zusammen arbeiten. Man unterscheidet:
  • gleichseitige, bei zwei gleich leistungsstarken Lernenden
  • und ungleichseitige, wenn der Stärkere dem Schwächeren hilft. [nach 24]

GB: pairwork

+ PARU =Planungs- und Analysenraster für den Unterricht. Formvorschlag für die Fixierung einer Unterrichtsskizze nach [48]. Enthalten sind (in der Reihenfolge sinnvoller Festlegung):
  1. Thema
  2. Vorüberlegungen, bestehend aus
    • Lehrerperspektive (did. Dreieck)
    • Fachperspektive (did. Dreieck)
    • Schülerperspektive (did. Dreieck)
    • Lehrzielen (Prinzip: "ein Lehrziel eine Unterrichtsmethode").
  3. Verlaufsskizze, mit Angaben zu
    • Unterrichtsmethode (Artikulations-Modell)
    • geplanter Lehrertätigkeit
    • erwarteter Schülertätigkeit
    • Begründung durch didaktische Leitlinien und Prinzipien
    • ggf. Zeitleiste (nur in Phase II erforderlich).
  4. Erfolgskontrollen (mindestens eine je Lehrziel, mit Angabe der Anforderungsstufe).

Vorlage: pptx-Datei, DIN A3, Seite 1 Ausfüllhilfe, Seiten 2-3 doppelseitiges Raster zum ausfüllen.

GB: PAP (pattern for analyzing and planning)

  Phase

gr. phasis = Erscheinung, Aufgang eines Gestirns.

Sehr breit und uneinheitlich verwendeter Begriff. Sinnvoll belegt z.B. in der Lehrerbildung:

  • Phase I: fachwissenschaftliche, pädagogische und theoriegeleitete fachdidaktische Ausbildung an der Universität.
  • Phase II: praxisgeleitete fachdidaktische und unterrichtspraktische Ausbildung als Studienreferendar bzw. Lehramtsanwärter an Seminarschulen oder Seminaren.
  • Phase III: lebenslange Fortbildung während der beruflichen Tätigkeit.

Als "Unterrichtsphase" gelegentlich synonym mit Artikulationsstufe verwendet. Im Zusammenhang auch häufig als "Motivationsphase" und Ausbildungsphase (Ausbildungsabschnitt) verwendet.

GB: -

  Portfolio Ergebnis eines geregelten Verfahrens, das die Auswahl von Dokumenten, deren Reflexion und Präsentation sowie weitere Lernplanung miteinander verbindet.

Es ist ein Instrument der Individualisierung und Differenzierung von Beurteilung im konstruktivistisch geprägten Unterricht. Man unterscheidet die Typen:

  • Arbeits-Portfolio (dokumentiert die Steuerung und Reflexion des eigenen Lernprozesses, ermöglicht das Lernen zu lernen);
  • Beurteilungs-Portfolio (dokumentiert für Lernbegleiter, Vorgesetzte und/oder Institutionen, ob bestimmte Anforderungen erfüllt wurden);
  • Präsentations-Portfolio (dokumentiert selbst gewählte, beste Arbeiten zur Selbstdarstellung).

Sie können entweder

  • einen einzelnen Lernvorgang darstellen (z.B. Beteiligung an einem bestimmten Projekt) oder über
  • eine Folge von Lernprozessen eine Entwicklung darstellen (z.B. über eine Kompetenzbiografie).

In Lehrerbildung und Unterricht kommt zunächst das Beurteilungs-Portfolio zum Einsatz: eine zielgerichtete Sammlung von Arbeiten, die individuelle Leistungen Lernender auf einem oder mehreren Gebieten zeigt. Lernende müssen bei der Auswahl der Inhalte und/oder bei den Beurteilungskriterien mit bestimmen können. Selbstreflexion und Feedback sind zentrale Bestandteile. (nach Paulson und Paulson, 1991).

Das Anlegen erfolgt in mehreren Phasen:

  1. Lernvereinbarung definieren ("context definition")
  2. Sammeln ("collection", Arbeit über die gesamte Zeit)
  3. Auswahl ("selection", was verbleibt im Portfolio?)
  4. Reflexion ("reflection", der Lernpartner hinterfragt selbst Umfang und Qualität der Lernbewegung und justiert ggf. nach)
  5. Optimierung ("projection", der Lernpartner entwickelt eine optimierte Lernvereinbarung aus den Ergebnissen von Phase 4; dieser Optimierungsprozess ist eine Schleife bzw. Spirale der Selbstwahrnehmung)
  6. Präsentation ("presentation", Vorstellen der Ergebnisse bzw. des Standes nach Außen, um die Fremdwahrnehmung zu erkunden und mit der Selbstwahrnehmung in Einklang zu bringen).

Die Phasen 5 und 6 können vertauscht sein.

Formen:

  • virtuell aus Lernpartner-Sicht (z.B. der Lernbegleiter führt ein Beurteilungsportfolio)
  • materiell (z.B. der Lernpartner legt eine Mappe an, die Dokumente und/oder Produkte enthält).

Ähnlich: Lernjournal, Lerntagebuch, Pensenheft, Wochenplan, Entwicklungsbericht, direkte Leistungsvorlage... Zunehmend verbreitet von Kindertagesstätten bis Universität.

Vorteile:

  • ermöglicht die Beurteilung individualisierter Arbeit (Seminar- und Facharbeiten, Referate, Projekte...) und
  • geeignet zur Humanisierung von Beurteilung (Gegenteil von gleichmacherischer Benotung und defizitorientierter Selektion);
  • bietet Ansätze zu Selbstbestimmung bei Beurteilung,
  • liefert eine Kompetenzübersicht (objektiveres Bild von Persönlichkeit);
  • erweitert das Spektrum der beurteilbaren Leistungen (z.B. um Sozialkompetenz, Urteilsfähigkeit, oder Prozessbeurteilung statt punktueller Leistungsmessung)
  • liefert dem Lernpartner Ansatzpunkte zur Verbesserung suboptimaler Leistungen.

Nachteile:

  • schwer standardisierbar,
  • kaum im instruktivistischen Unterricht einsetzbar.

Das digitale oder ePortfolio unterscheidet sich nicht grundsätzlich, kann nur einfacher multimediale Inhalte enthalten und präsentieren. [nach 85]

+ Präkonzept Wir verwenden den Begriff synonym zu Vorstellung, wobei noch keine Wertung vorgenommen wird, ob das Präkonzept wissenschaftlich fundiert ist oder ob es sich um eine Fehlvorstellung handelt. Manchmal wird in der (deutschsprachigen) Literatur Präkonzept irrtümlich mit Fehlvorstellung gleichgesetzt.

Zusammenhänge (pptx).

GB: preconception

+ Prinzipien, didaktische  (der Stoffauswahl)

Man unterscheidet:

  • fundierende Prinzipien [4] S. 282:
    • Sachgerechtheit
    • Zielgemäßheit
    • Wissenschaftlichkeit, Objektivität, Wissenschaftsorientierung: Inhalte müssen richtig sein, dürfen dem Wissensstand des Faches nicht widersprechen.
    • Fasslichkeit, Schülergemäßheit: Inhalte müssen durch den Lernenden auf seinem psychologischen Entwicklungsstand fassbar, verständlich sein. Es wird von den didaktischen Regeln unterstützt.
  • regulierende Prinzipien [4] S. 287:
    • Anschaulichkeit: Damit ist nicht nur die sinnliche (bildliche etc.) Anschauung, sondern auch die verbale Anschauung und die innere Schülervorstellung gemeint.
    • Selbsttätigkeit (der Lernenden): Geistige und praktische Auseinandersetzung von Lernenden mit dem Gegenstand.
    • Motivationshilfe...
    • Elementarisierung...
    • Erfolgssicherung...
  • übergreifende Prinzipien [4] S. 310.

Regulierende Prinzipien in der Fachdidaktik Chemie sind:

  • Systematik: Die Stoffauswahl muss einen Lehrgang (sachlogisch-systematisch) dahingehend unterstützen, dass am Ende zusammenhängendes Wissen abgebildet wird.
  • Einheit von Theorie und Praxis: Der theoretische Unterrichtsgegenstand soll zur Handlungskompetenz führen, indem praktische Fertigkeiten und Problemlösungsstrategien für die Alltagspraxis gelehrt werden.
  • Fachübergreifende Koordinierung: Beziehungen zwischen den Unterrichtsfächern sollen aufgezeigt werden, damit Nachteile der Fächerung gemildert werden.
  • Anschlussfähigkeit: die Stoffauswahl ermöglicht Weiterlernen und Anwenden innerhalb des Faches. [6] S.184-196
+ problemlösendes Denken

Der höchste von vier Schwierigkeitsgraden eines kognitiven Lehrprozesses. Er verlangt produktive, für den Lernenden neuartige Leistungen. [4] S.140

+ Problem(orientierung)

a. Als Problemorientierung im weiteren Sinn Bezeichnung für eine Konzeption. Der Lehrende macht regelmäßig über mehrere Unterrichtseinheiten bzw. eine ganzen Lehrgang ein Problem zum Ausgangspunkt seiner unterrichtlichen Bemühungen. Das (didaktische) Problem kann aus einem der Bereiche stammen:

  • Fachwissenschaft
  • Alltag
  • Arbeitswelt
  • Lebenswelt
  • Technik......

Für den Lernprozess ist das Problem dann am bedeutendsten, wenn ein Widerspruch zwischen dem aktuellen Erkenntnisstand des Lernenden und einer Beobachtung, einer wissenschaftlichen Theorie,  einer gesellschaftlichen Erfahrung, dem persönlichem Erkenntnisstand u.ä. besteht. [8]

Problemorientierung wirkt motivierend und das Verständnis fördernd, erfordert aber einen höheren Planungs- und Zeitaufwand. [4n]

b. Als Problemorientierung im engeren Sinn versteht man unter problemorientierten Unterrichtsmethoden eine Gruppe von (zyklischen) Unterrichtsmethoden, die notwendigerweise auf ein Problem im Sinn der o.a. Bereiche angewiesen ist: man geht davon aus und kommt am Ende über die Lösung darauf zurück. Die meisten Unterrichtsmethoden sind problemorientiert. Beispiele:

  • die forschende Unterrichtsmethode ist ohne ein Problem am Anfang nicht denkbar;
  • die historische Unterrichtsmethode kommt nur dann ohne ein Einstiegsproblem aus, wenn sie sich auf eine Auflistung von Jahreszahlen mit Leistungen einer Epoche oder Person beschränkt (ist es dann noch eine Unterrichtsmethode?);
  • spielorientierte, rein fragende Unterrichtsmethoden oder bestimmte Formen der Freiarbeit (zweckfreie ästhetische Beschäftigung) kommen ohne Einstiegsproblem aus, sie sind linear.

Visualisierung (ppt)

c. Im engsten Sinn handelt es sich dabei um die erste Artikulationsstufe einer problemorientierten Unterrichtsmethode. Ziel ist das Schaffen von Problembewusstsein als Grundlage für das Bestreben, dieses Problem (selbst) zu lösen. Geeignete Probleme können sein:

  • Lücken-Probleme (Lernende erkennen, dass sie etwas nicht wissen)
    • Interpolationsprobleme (die zwei Pole des Problems sind definiert, wie man vom einen zum anderen kommt ist unbekannt). Bsp.: Aus Buttersäure und Ethanol soll Ethylbutanoat hergestellt werden. Wie muss man vorgehen?
    • Gestaltungsprobleme (der Ausgangspunkt ist nur ungenau bekannt, ist Teil des Problems, der Endpunkt ist wohl definiert). Bsp.: Ethylbutanoat soll hergestellt werden. Was benötigt man und wie geht man vor?
  • Widerspruch-Probleme (Lernende werden einer Widerspruchssituation ausgesetzt). Bsp.: Durch die Verbrennung von Eisenwolle wird diese schwerer. Erfahrung: die Verbrennung von Alltagsstoffen (Papier, Holz) macht diese leichter.
  • unnötige Komplikation (aus einer Fülle von Informationen die für eine Lösung relevanten isolieren). Bsp.: Zum Aufbau einer Destillationsapparatur werden auch Distraktoren (Geräte, die nicht benötigt werden) angeboten. [75]

Der Begriff ist von "(Lern)Schwierigkeit" zu unterscheiden.

+ Projekt Im weitesten Sinn: Arbeitsvorhaben mit Lehrzweck, bei dem eine reale Lebensaufgabe von praktischer Bedeutung ... bewältigt wird, und zwar so, dass am Ende ein sinnhaft greifbares, praktisch brauchbares Ergebnis steht. Nach Dewey aus [4] S. 115

Ein Projekt kann als Konzeption mit großer zeitlicher und inhaltlicher Reichweite eingesetzt werden (Orientierungsprinzip eines Lehrplanes oder eines Studienganges), oder als Methode mit einer Reichweite von Tagen (Projekttage) oder einer bis wenigen Unterrichtsstunden (Miniprojekt).

Sehr anspruchsvoll und aufwändig, aber eine der wenigen Möglichkeiten, Einsicht und Lernbereitschaft zu fördern.

GB: project

+ projektorientierte Unterrichtsmethode Unterrichtsmethode, die sich an den Projektphasen von Kerschensteiner und Dewey orientiert, in der Ausprägung der einen oder anderen Phase durchaus aber abweichen kann. Typische Phasen:
  1. Projektinitiative (kann auch vom Lehrenden ausgehen)
  2. Projektskizze (soll von Lernenden erstellt werden)
  3. Projektplan (kann auch vom Lehrenden ausgearbeitet werden)
  4. Durchführung (muss maßgeblich von Lernenden erarbeitet werden)
  5. Abschluss.

Syn.: Projektlernen

  Prozessphasen Wir verstehen den Begriff [24] entsprechend den Artikulationsstufen:
  1. Initiativ-Phase
  2. Informationsphase
  3. Planungsphase
  4. Ausführungsphase
  5. Evaluationsphase
+ Prüfungsaufgaben Aufgaben, die zu Prüfungszwecken (Kontrolle, Leistungsmessung) konzipiert wurden. Sie unterscheiden sich von Lernaufgaben nicht durch die Verwendung bestimmter Operatoren, sondern nur dadurch, dass ihnen Lernhilfen (z.B. im Sinn von abgestuften Lernhilfen) fehlen.
+ psychische Dimension (von Lehrzielen)

Einteilung der Lehrziele in kognitive, affektive, und psychomotorische. [4] S.137 soziale?

GB: KSA (knowledge, skills, attitude).

+ psychomotorisch (Lehrziele)

Eine der drei psychischen Dimensionen von Lehrzielen; manuelle und geistige Fertigkeiten.

GB: psychomotor, manual or physical skills, skills.

  Puzzle 1. Methodenbaustein im engeren Sinn. Nach dem bekannten Spielprinzip soll versucht werden, aus einzelnen fachlichen Bruchstücken eine chemisch sinnvolle Aussage zu kombinieren. Bsp.: aus Bindungs- und Elementsymbolen sowie freien Elektronenpaaren sollen Valenzstrichformeln für einfache kovalente Moleküle kombiniert werden.

Sozialform: Partner- und Gruppenarbeit.

Didaktischer Ort: Festigung.

2. Unter "Puzzle-Methode" liefert swisseduc einen Methodenbaustein mit Methodencharakter, der bedeutende Elemente des Expertenkongresses enthält und sich über mehrere Unterrichtsstunden erstreckt (Bsp.: Seifen [59]).

Legende:
[n]   Quellenangabe, wobei n = Laufende Nummer aus dem Quellenverzeichnis.
fett Hervorhebungen sowie, bei Verbreitung mehrerer Synonyme, der vom Autorenkreis bevorzugte.

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    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de