Stand: 12.04.16


Begriffssystem zur Fachdidaktik Chemie

A - D


GW Begriff

Definition

  Abbilddidaktik Fehlinterpretation von Didaktik als ausschließlich an der Fachwissenschaft orientiert, deren (Fach)Struktur abbildend.
  abgestufte Lernhilfe Methodenbaustein im engeren Sinn. Zu einer Problemstellung erhalten Lernende unterschiedlich weit gehende Hilfen, die von Denkanstößen bis zu Musterlösungen reichen können. Sie entscheiden selbst, wann und in welchem Ausmaß sie Gebrauch von diesen Hilfen machen. [nach 52]

Formen, in denen abgestufte Lernhilfen auftreten bzw. die sich ihrer bedienen sind z.B. Kärtchensysteme ("LeiKa"), Computerdateien mit Links, Montessori-Material...

Bsp.: Wertigkeit (Kurzform, pptx) (ausführliche Beschreibung des Methodenbausteins unter Wertigkeit (ppt).

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit.

Didaktischer Ort: Erarbeitung.

  Abstimmgerät Siehe Umfragesystem.
Abstraktion lat. abstrahere = abziehen, wegnehmen.
Bezeichnung für einen Denkvorgang zum Zweck der Bildung von Begriffen, Theorien, Modellen und Gesetzen. Ausgehend von der konkreten Wirklichkeit werden Verschiedenheiten zunächst vernachlässigt, um das Gemeinsame herauszufinden. Ziel ist die vereinfachte Bewertung, Kategorisierung und Klassifizierung zum Zweck der Anwendung in Problemlösestrategien und der Übertragung auf ähnlich gelagerte Fälle. [nach 26]

Wir unterscheiden die Stufen (von niedrig zu hoch) allgemein und am Beispiel Experiment in Klammern):

  1. Realität (Versuchsaufbau)
  2. Bild, Skizze (z.B. Schnitt-Zeichnung)
  3. Verbalisierung (Beschreibung des Aufbaues)
  4. bildliche Symbolisierung, bildliche Modellbildung (z.B. qualitativ: Teilchendarstellung in einer Gleichung)
  5. Symbolisierung mit chemischen Zeichen
  6. noch allgemeinere Symbolisierung mit Hilfe mathematischer Modelle (z.B. quantitativ: MWG, GG). [nach 56]

Visualisierung (pptx).

+ Advance Organizer Der Begriff Advance Organizer geht auf den amerikanischen Pädagogen Ausubel zurück (Vorschlag für deutschen Begriff: Lernbrücke). Es handelt sich dabei um eine "didaktisch inszenierte Verbindung zwischen Novizen- und Expertenstrukturen". [94] Er kann als Organisationshilfe des Lehrenden für Lernende in offeneren, konstruktivistischen Lernarrangements (z.B. selbst organisierter Unterricht) verstanden werden, die in wenigen Minuten (10-15) zwei bedeutenden Funktionen erfüllt:
  1. den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, indem
    • Vorkenntnisse mobilisiert,
    • sinnvolle Verknüpfungen zwischen vorhandenem und neuem Wissen erleichtert sowie
    • deswegen Verstehen angebahnt (und Auswendiglernen vermieden) werden.
  2. die Struktur der Thematik von Anfang an offen zu legen in Form von inhaltlichen Zusammenhängen.

Dabei sollte ein guter AO idealer Weise folgende Leistungen zeigen (wie jedes Unterrichtsmaterial):

  • multiperspektivisch (verschiedene Sichtweisen ermöglichen),
  • multimodal (unterschiedliche Zugänge bieten),
  • multiproduktiv (unterschiedliche und vielschichtige Ergebnisse herstellen helfen). [97]

Bsp. 1: Eher Negativ-Beispiel, da die Struktur zu suggestiv und eng vorgegeben wird - kein Raum für Entdecken. Herstellung von (Sauerstoff-)Säuren und (Hydroxid-)Basen (Einstiegsunterricht) (pptx).

Bsp. 2: Positiv-Beispiel aus dem Lehramtsstudium in der Didaktik der Chemie (pptx).


Position des AO als Lernhilfe im didaktischen Dreieck

Zusammenhang als pptx.

Die Form sollte vielfältig sein, um unterschiedliche Zugänge zu unterstützen:

  • graphisch ähnlich einer concept map (Begriffsnetz),
  • Episode (Geschichte) als Text,
  • analoges Bild,
  • Bilder-Reihe...

Einsatz: z.B.

  • in der Faszinationsphase von SOL als Sandwich,
  • auf den Artikulationsstufen Problemstellung/-gewinnung und Planung der Lösung bei forschenden Unterrichtsmethoden...

AO ist keine Vorlage zum auswendig Lernen - er sollte am Ende der Unterrichtseinheit (in Teilen) z.B. in einer concept map Anwendung finden können.

Erhoffte und gefundene Wirkung:

  • erhöhtes Interesse, belegt,
  • mehr gerichtete Aufmerksamkeit,
  • bessere Orientierung von Lernenden, belegt,
  • bessere Orientierung bei Lehrenden,
  • besseres Behalten, belegt als besseres Chunking,
  • weniger Missverständnisse, besonders bei geringem Vorwissen,
  • besserer Transfer, belegt als höherer Lernerfolg.

Synonyme: Ankerbegriffe, Luftaufnahme, vorbereitende Organisationshilfe, Vogelperspektive...               [94]

+ affektiv (Lehrziel)

Eine der drei psychischen Dimensionen von Lehrzielen: die gefühlsbetonten Lehrziele, die emotionale Kräfte ansprechen.

Bsp.:

  • Freude an den Farben von Indikatorlösungen,
  • Freude am angenehmen Geruch von Aromastoffen,
  • Werten des Geschmacks verschiedener Zucker oder Genusssäuren,
  • Bewundern der geometrischen Regelmäßigkeit von Kristallen,
  • persönliche Einstellung zur Müllverbrennung...

Syn.: didaktischer Schwerpunkt Werten.

GB: affective [50]

  Aktionsform

Ein Aspekt der Unterrichtsform.

Syn.: Arbeitsform.

GB: action form, (form of) cooperation

  Alltagsorientierung Eher ein sehr allgemeines Unterrichtsprinzip, das man in den Zusammenhang mit Problemorientierung stellen könnte: falls das Problem eines aus dem Alltag ist, spricht man gerne von Alltagsorientierung.

Syn.: Lebensweltorientierung.

  Analyse a. Vierte von 6 kognitiven Denkstufen nach der Bloomschen Taxonomie. Beschreibung siehe dort im Zusammenhang.

b. siehe auch: Didaktische Analyse.

c. auch ein fachchemischer Begriff: sowohl die Identifizierung von Stoffen als auch ihre Zerlegung in einfachere Verbindungen oder die Elemente.

+ Anforderungsbereich In der "Einheitlichen Prüfungsanforderung in der Abiturprüfung (EPA)" werden 3 Anforderungsbereiche unterschieden: [42]
  • Anforderungsbereich I (z.B. Kennen und Wiedergeben von Basiskonzepten, Erstellen von Reaktionsgleichungen...); früher: Schwierigkeitsgrad Reproduktion.
  • Anforderungsbereich II (z.B. Planen und Auswerten einfacher Versuche, Anwenden von Modellvorstellungen und Gesetzen...); früher: Schwierigkeitsgrad Reorganisation.
  • Anforderungsbereich III (z.B. selbständiges Erschließen von Sachverhalten in einem unbekannten Zusammenhang, Planen und Durchführen von Experimenten zu vorgegebenen oder selbst gefundenen Fragestellungen...); früher: Schwierigkeitsgrade Transfer und Problemlösendes Denken.

Älterer syn. Begriff: Schwierigkeitsgrad

GB: -

  Anforderungsstufen

Früher: Verfeinerung der psychischen Dimensionen nach

  • Einblick, Überblick, Kenntnis, Vertrautheit (kognitiv).
  • Fähigkeit, Fertigkeit, Beherrschung (psychomotorisch).
  • Offenheit, Interesse, Achtung, Freude... (affektiv). [1] S. 515

GB: -

  Angemessenheit i.w.S.: Grundlegendes Prinzip, das Schülergemäßheit in jedem didaktischen Handeln und Denken ausmacht.

i.e.S.: Eines der Prinzipien zur didaktischen Reduktion: Alter und Vorerfahrungen von Lernenden bestimmen den maximalen Komplexitätsgrad von Inhalten. [6]

  Anwendung Dritte von 6 kognitiven Denkstufen nach der Bloomschen Taxonomie.
  anthropomorph(e Betrachtung) Menschliche Eigenschaften werden Dingen (oder Tieren) zugeschrieben.

Beispiele:

  • Chlor möchte mit Natrium reagieren.
  • Fett und Wasser vertragen sich nicht.
  • Das Brom-Molekül greift die Doppelbindung an...

Anthropomorphisierung ist zu behandeln wie ein Modell mit (zutreffender) Kernaussage und Grenzen der Gültigkeit.

GB: anthropomorphic

+ Applikation Unterrichtsmedium aus der Gruppe der vorwiegend selbst gestalteten Medien. Applikationen werden zum Anbringen ("Applizieren") an einen Träger oder auf eine Unterlage hergestellt, einige sind käuflich.
  • Technik: aus unterschiedlichen, flachen Materialien (Kunststofffolie, Papier, ggf. laminiert, Pappe, Moosgummi, Plexiglas, Sperrholz, PVC, Styropor...) hergestellte Teile, die zu einem Ganzen zusammengefügt und/oder nachträglich in ihrer Position verändert werden können.
  • Einsatz: an allen didaktischen Orten, z.B. Motivation, Darbietung, Erarbeitung, Zusammenfassung, Ausweitung, Wiederholung...
  • Vorteile: passend an vorhandene Träger herstellbar.
  • Gefahren: Grenzen der Materialien nicht erkannt (z.B. Lüfter des OHP bläst Folienschnipsel weg o.ä.).
  • Tipps: Bei der handwerklich sauberen Fertigung unterstützt der Werken- oder Kunstkollege gerne.

Beispiele:

  • Atome in Teilchen- oder Bohr-Darstellung aus Styropor oder Moosgummi zur Befestigung mit Wasser an der Tafel.
  • Monomere aus Pappe oder laminiertem Papier zur Befestigung mit Magnetstreifen an der Blechtafel oder mit Klettband an der Flanelltafel.
  • Ausschnitte aus Folie oder transparenten Kunststoffplatten zur Bewegung auf der OHP-Ablagefläche.


Bsp.: Selbst hergestellte Styropor-Applikation zur Elektronenbesetzung von Schalen, mit Wasser an einer Kreide-Tafel befestigt.

GB: (chalkboard) sticker

  Arbeit allg.: Eine auf ein Ziel ausgerichtete, planmäßige Tätigkeit. [7] Das Individuum erwirbt durch Arbeit lebensnotwendige Güter bzw. leistet etwas für andere aus gesellschaftlicher Sicht.

Im Zusammenhang mit Lernen: auch Lernen ist Arbeit, nämlich eine selbständige geistige Auseinandersetzung mit Inhalten, eine Form des ganzheitlichen Lernens. [nach 24]

Siehe auch Bedeutungszusammenhang Sozialformen und Spiel.

GB: labour

+ Arbeitsblatt Eine Unterrichtsmedium aus der Gruppe der selbst gestalteten Medien, bei dem sich die Grenze zu den fremd gestalteten zu verwischen beginnt. Information und didaktische Intention stammen vom Lehrenden (außer, sie sind käuflich erworben), Informationsträger ist Papier oder ein digitales Medium, Geräte sind nicht erforderlich (früher kam das Epidiaskop, heute gelegentlich eine Dokumentenkamera bei der Projektion von Papier zum Einsatz).
  • Technik: Blatt Papier, auf dem neben einem allgemeinen Kopf (Fach, Datum, Thema, Name des Lernenden) Aufgaben, Lückentext, Hintergrundinformation, Experimentieranleitung u.ä. angegeben sind.
  • Einsatz: Bevorzugt im Einzelunterricht oder sehr kleinen Gruppen als Informationsquelle oder Aufgaben für schülerzentriertes Arbeiten.
  • Vorteile: Leitet weg von Lehrerzentrierung. Wird meistens im Schülerheft gesammelt und steht als Lerngrundlage zur Verfügung.
  • Probleme: Zu häufiger Einsatz lenkt vom Schulbuch ab und/oder verleitet die Lernenden zu größerer Passivität, wenn lückentextähnliche Formen verwendet werden.
  • Tipps: Nur sehr gezielt und in möglichst vielfältige Formen als Methodenbausteine einsetzen.

GB: worksheet (materielles Arbeitsblatt auf Papier), spreadsheet (immaterielle Form auf dem Computer).

Hinweis: Das Arbeitstransparent unterscheidet sich nur bezüglich weniger Details; siehe dort.

+ Arbeitsform

Jener Aspekt der Unterrichtsform, der speziell die Rollenverteilung zwischen Lehrendem und Lernenden in der Auseinandersetzung mit dem Inhalt im didaktischen Dreieck beschreibt.

Man unterscheidet [4]:

aus Lehrendensicht aus Lernendensicht
darbietend aufnehmend
zusammenwirkend
aufgebend ausführend

Syn.: Aktionsform. Siehe auch: Sozialform.

+ Arbeitsmittel Durch den selbständigen Umgang der Lernenden mit Unterrichtsmitteln werden diese zu "Arbeitsmitteln". Sie enthalten:
  • Informationen (Inhalte)
  • Arbeitsanweisungen und
  • Möglichkeiten zur Selbstkontrolle.

Man unterscheidet:

Die beiden Begriffe werden gelegentlich und fälschlich synonym verwendet oder in der Literatur gar verwechselt.

GB: -

+ Arbeitstransparent Eine Unterrichtsmedium aus der Gruppe der selbst gestalteten Medien, bei dem sich die Grenze zu den fremd gestalteten bereits zu verwischen beginnt. Information und didaktische Intention stammen vom Lehrenden (außer, sie sind käuflich erworben), Informationsträger ist eine Kunststofffolie (siehe 1) oder ein digitales Medium (siehe 2), Geräte sind entsprechend ein Tageslichtprojektor ("Overhead-Projektor") oder ein Computer mit Datenprojektor ("Beamer").
  • Technik 1: Kunststofffolie aus Polyester oder Polyacetat zur Beschriftung mit wasserlöslichen oder wasserfesten (gleichzeitig wischfesten) Filzstiften. Zum Bedrucken gibt es spezielle, hitzebeständige Folien für Farblaser oder saugfähig beschichtete für Tintenstrahldrucker
  • Einsatz 1: Zeigen von Farbgrafiken oder -bildern in frontaler Situation, Zusammenfassungen als Spiegelstrich-Stichwortlisten, Aufbaufolien in mehreren Schichten (z.B. Skizze, Beschriftung, konkretes Beispiel), Entwicklung einer Handskizze (Tafelersatz).
  • Vorteile 1: meistens verfügbar, einfache Technik.
  • Probleme 1: Überladung mit Text oder einer Vielzahl von kleinen Grafiken; zu schnelle Wechsel (zu hohe Foliendichte).
  • Tipps 1: Markierungen in diagonalen Ecken erleichtern die passgenaue Ausrichtung von Aufbaufolien. Eine leere Folie über vorgefertigten erlaubt vorübergehendes, spontanes Beschriften oder Hervorheben.

GB: transparency (materielle Folie mit Inhalt)), transparency film (materielle Folie noch ohne Inhalt).

  • Technik 2: Datei für ein geeignetes Präsentationsprogramm (z.B. PowerPoint, Impress).
  • Einsatz 2: Zeigen von Bildern, über Animationsmaßnahmen gestuftes Einblenden von Grafiken oder Aufzählungen, foliengestützter Unterricht leicht möglich.
  • Vorteile 2: Durch geschickte Animationsmaßnahmen und interne Verlinkung lassen sich trickfilmähnliche Sequenzen und einfach Tutorien erstellen. Einsatz mit interaktiven Tafeln problemlos möglich.
  • Probleme 2: Die einfache Erstellung verführt zu unangepasst hoher Informationsdichte.
  • Tipps: Man sollte Unterricht nur in Ausnahmefällen präsentationsgestützt gestalten. Präsentationen sind für (frontale) Vorträge konzipiert worden.

GB: slide (i.S.v. elektronischer Präsentation).

Hinweis: Das Arbeitsblatt unterscheidet sich nur bezüglich weniger Details; siehe dort.

+ Arrangement Umfasst nach Peterßen [29] die gesamte Verlaufsgestaltung des Unterrichts: Entscheidung über Unterrichtsmethode, Medien, Ort, Arbeits- und Sozialformen.

Der Begriff sollte nur dort Anwendung finden, wo die gestufte Beschreibung des Unterrichtsverfahrens (z.B. über Artikulationsstufen) nicht möglich ist, z.B. bei individuellen Varianten oder

  • Freiarbeit,
  • Wochenplanarbeit,
  • bestimmten, sehr offenen Unterrichtsformen...

Syn.: Lernarrangement.

GB: teaching arrangement

  Artikel Gemeint: Artikel im Sinn von Schriftstücken aus Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Primärliteratur, Sekundärliteratur u.ä.

Unterrichtsmedien aus der Klasse der Informationsmedien.

  • Technik: Papier (Zeitungsausschnitt) oder Datei (Online-Medien).
  • Einsatz: an allen didaktischen Orten, z.B. Motivation, Darbietung, Erarbeitung, Zusammenfassung, Ausweitung, Wiederholung...
  • Vorteile: Betonen Aktualität oder den historischen Wert.
  • Gefahren: typische Probleme des nicht perfekten Journalismus (tendenziös, unvollständig, fachlich falsch...)

Diese Informationen können einerseits im Sinn einer Alltagsorientierung als Hinweis genommen werden, was die Menschen aktuell bewegt, um sie zu diskutieren, zu bewerten oder richtig zu stellen. Andererseits stellen sie bedeutende (historische) Informationsquellen aus 1. und 2. Hand dar.

Bsp.:

+ Artikulation
(-smodell)

Gliederung einer Unterrichtseinheit in eine sinnvolle Folge von Schritten, (manchmal synonym: Stufen, Phasen), die zusammen ein Sinnganzes bilden. [Nach Herbart in 4 S. 98]. Allgemein kann man angeben:

nach Rein [24] nach Roth [26]
Vorbereitung Motivation
Darbietung Schwierigkeiten
Verknüpfung Lösung
   Ausführen
Zusammenführung Behalten und Einüben
Anwendung Übertragen

Je nach Unterrichtsverfahren und didaktischer Absicht werden die Stufen unterschiedlich stark ausgeprägt, ggf. untergliedert und ausgeformt sein, dann erhalten sie angepasste Namen; u.U. können einzelne fehlen. Bsp.:

Ein problemor., schüler-zentr. Verfahren [6n] Prozessphasen [24] engl.
1 Problemfindung 1a Initiativ-Ph.
1b Informationsph.
starter
2 Lösungsplanung 2   Planungsphase learning activity
3 Lösung 3   Ausführungsph.
4 Übertragung /
    Abstraktion
4   Evaluations-
     Phase
5 Festigung. plenary
6 Metakognition /
    Anwendung
5a Beratungsph.
5b Bewertungsph.
 

Visualisierung: Genese von Artikulationsstufen I

Das Modell hat sich in Ausbildungssituationen als sehr nützlich erwiesen. Der erfahrene Lehrende wird behutsam von starrer Artikulation abweichen, ohne die Lernenden dabei zu verlieren. Die Leistungsfähigkeit des Modells erkennt man auch an seiner Gültigkeit im konstruktivistisch orientierten Unterricht.

Visualisierung: Genese von Artikulationsstufen II

GB: (teaching) steps

Siehe auch: Unterrichtsverfahren.

  Außerschulischer Lernort (ASLO) = Außerschulischer Lernort. Siehe Lernort.
+ Aufgabe Grundsätzlich dienen Aufgaben als Arbeitsaufträge dazu, dem "Auftragnehmer" möglichst unmissverständlich zu beschreiben, welche Arbeit erledigt werden soll.

Im Zusammenhang mit Unterricht: Ausdruck der aufgebenden Arbeitsform, in dem der Lehrende möglichst unmissverständlich beschreibt, welche Aktivität er vom Lernenden (dem Ausführenden) erwartet.

Zur Unterscheidung von Aufgabenklassen sind eine große Vielzahl von Kriterien denkbar, wovon nur zwei beispielhaft diskutiert werden sollen:

  1. nach dem didaktischen Ort: Einstiegs-Aufgabe, Problem-Aufgabe, Arbeits-Aufgabe, Übungs-Aufgabe, Festigungs-Aufgabe, ... (diese Zwecke werden in der englischen Sprache durch eigene Fachbegriffe ausgedrückt, s.u.)
  2. nach der didaktischen Absicht: Lernaufgabe, Prüfungsaufgabe. Bisher haben die Autoren kein Kriterium bei der Form gefunden, diese beiden Typen zu unterscheiden.

In den meisten Fällen sollten vor allem W-Fragen im Unterricht durch Aufgabenstellungen ersetzt werden. Ob mündliche oder schriftliche Aufgabenstellung, ob zum Zweck des Lernens oder geprüft Werdens: in der Formulierung sollte mindestens zu folgenden drei Punkten Aussagen getroffen werden:

  1. Inhalt: welcher Inhalt ist betroffen?
  2. Tätigkeit: was soll mit dem Inhalt gemacht werden?
  3. Quantität: wie ausführlich soll auf die Aufgabenstellung eingegangen werden?

Bsp.1: Beschreiben Sie in 2-3 Sätzen das Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Bsp.2: Nennen Sie 5 Beispiele für Sauerstoff haltige Säuren.

Bei der Tätigkeitsbeschreibung sind Operatoren sehr hilfreich.

GB: task, assignment, challenge, exercise, job, lesson, mission...

  Ausbildungsphase siehe Phase.

GB: -

  Aushandeln Methodenbaustein im engeren Sinn.
Ziel ist es, zu einem schwierigen Sachverhalt einen Konsens zu erarbeiten. Nach einer Vorbereitungsphase in Einzelarbeit werden gemeinsame Lösungen in  Partnerarbeit und/oder größer werdenden Gruppen gefunden. [nach 52]

Bsp.: Rollenspiel, Diskussion, (Debatte)... [siehe auch 60]

Sozialform: Einzelarbeit bis Klassenarbeit.

Didaktischer Ort: Erarbeitung.

  autonomes Lernen Im weitesten Sinn kann sich autonomes Lernen auf Maschinen oder Menschen beziehen. Hier gemeint ist nur das Lernen bei Menschen.

Im weiten Sinn eine Konzeption.

Wir verstehen unter dem in der Literatur sehr unterschiedlich verwendeten Begriff Lehr/Lernformen, die nicht ausschließlich durch Lehrende gesteuert werden. Ihr liegt die konstruktivistische Lerntheorie zu Grunde, wonach das "Be-Lehren" gar nicht möglich ist, sondern die Aufgabe des Lehrenden darin besteht, Lernprozesse zu unterstützen (siehe auch "selbstgesteuertes Lernen").

Am pragmatischsten erscheint das Verfolgen der drei Teilkompetenzen:

  • technisch: Fähigkeit, durch Lehrende bereit gestellte Materialien für den eigenen Lernprozess auszuwählen und zu nutzen (selbstgesteuertes Lernen); z.B.: Experimentierkisten, Software, Literatur im Klassenzimmer oder Lernatelier gezielt nutzen.
  • psychologisch: Fähigkeit, für das eigene Lernen (auch planerische) Verantwortung zu übernehmen; z.B. einen Wochenplan aufstellen.
  • politisch: Fähigkeit, das eigene Lernen zu kontrollieren; z.B. aus Selbstkontrollen Rückschlüsse auf den eigenen Erfolg ziehen und ggf. Hilfen einfordern.

Bsp.: Nach dieser konstruktivistischen Konzeption arbeiten gerne freie Schulen, besonders SBW Haus des Lernens (CH), andere in abgewandelten Varianten, .z.B. Freie Schule Anne-Sophie (D).

Dazu passt die Unterrichtsmethode im engeren Sinn "selbst organisiertes Lernen" SOL.

Visualisierung: Freiheiten der Lernenden im Überblick

GB: ?

+ Basiskonzept Vertikale Vernetzung von grundlegenden Begriffen, Theorien und erklärenden Modellvorstellungen, z.B. bezogen auf die Inhalte der Fachwissenschaft Chemie.

Sie dienen einem systematischen Wissensaufbau unabhängig von rein fachwissenschaftlichen oder historischen Strukturen.

Man unterscheidet die Basiskonzepte:

a. für den mittleren Schulabschluss:

  • Stoff-Teilchen-Beziehung,
  • Struktur-Eigenschafts-Beziehung,
  • chemische Reaktion
  • energetische Betrachtungen bei Stoffartumwandlung (genauere Formulierung siehe [39] Kap. 3.1).

b. für den höheren Schulabschluss:

  • Stoff-Teilchen-Beziehung,
  • Struktur-Eigenschafts-Beziehung,
  • Donator-Akzeptor-Konzept (mit Protonenaustausch, Elektronenaustausch, Atomgruppenaustausch...)
  • Energie-Konzept,
  • Gleichgewichts-Konzept, sowie erweitert
  • Größen-Konzept und
  • Technik-Konzept. [5]

Je nach Autor findet man zum Teil unterschiedliche Bezeichnungen, Untergliederungen sowie weitere "Basiskonzepte".

Basiskonzepte sind die Grundlage des Kompetenzbereiches Fachwissen in den Bildungsstandards.

Zusammenhänge, pptx.

Syn.: in Baden-Württ.: Leitlinien.

GB: key concept

  Begriffsfeld Methodenbaustein im engeren Sinn. An unterschiedlichen Stellen erarbeitete Begriffe werden systematisch in einer grafischen Darstellung (z.B. einer Hierarchie) verbunden. Ergebnis ist eine Übersicht über (vorher erlernte) isolierte Begriffe.

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Klassenarbeit.

Didaktischer Ort: Abstraktion, Übertragen, Festigung.

GB: knowledge map

Beispiel "Stoffe", ppt 74k, und Lösung dazu.

 

  Begriffsnetz Methodenbaustein im engeren Sinn. Vorher erarbeitete Begriffe (aus einem Lehrervortrag heraus oder mit einer Textpassage)werden in einer grafischen Darstellung mit Relationen (z.B. Verben) durch Lernende zu einer Netzstruktur verbunden. Ergebnis ist eine Übersicht über (vorher erlernte) fachsystematische Strukturen. [nach 52]

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Klassenarbeit.

Didaktischer Ort: Abstraktion, Übertragen, Festigung.

Syn.: concept map

GB: concept map

Beispiel "Grafit" [aus 54]

Variante: Ideennetz. Hier fertigt jeder Lernende eine Übersicht über neue, individuelle Assoziationen zu einem vorgegebenen Begriff.

+ Beobachtung Aktive, theoriegeleitete Auseinandersetzung mit Inhalten.
  • Direkt: Wahrnehmung mit den Sinnesorganen, z.B. Geruch, Licht, Druck, Geschmack...
  • Indirekt: Wir schließen beispielsweise aus einer Temperaturänderung in einem Reaktionsgefäß auf das Stattfinden einer chemischen Reaktion.
  • Vermittelt: Mit Hilfsmitteln erfahrbar gemachte Beobachtung, besonders bei Qualitäten, für die wir keine Sinnesorgane besitzen, etwa Energiedosis bei radioaktiver Strahlung, pH, UV...
  • Quantitativ: Genaue Angabe der Größe, z.B. 30,0 °C.

Beobachtung sollte von der allein Kenntnis nehmenden Wahrnehmung unterschieden werden.

GB: observation

  Betriebserkundung Eine spezielle Form der Lehrwanderung zu einem Betrieb, die dem Fachunterricht dient und ausgewiesene Lehrziele bearbeitet.

Zu unterscheiden von der wenig unterrichtsrelevanten Form der Betriebsbesichtigung, bei der man sich einem Massenprogramm (z.B. Tag der offenen Tür) oder Standardprogramm des Betriebes (mit grober Zielpersonenorientierung) anschließt.

GB: field trip

  Beurteilung a. Beschreibung der (subjektiven) Wahrnehmung, Meinung eines Sachverhaltes oder einer Person. Ergebnis ist ein begründetes Wortgutachten. Man kann unterteilen nach
  1. der Art des Beurteilten, etwa
    • einem Sachverhalt im Rahmen einer Aufgabe (siehe auch b) oder
    • einer Person (einen Lernenden) betreffend. Oder
  2. nach dem Beurteilenden: 
  • Selbstbeurteilung, z.B. Lerntagebuch (Freinet), Pensenbuch (Montessori), Portfolio ("Leistungsmappe")
  • Fremdbeurteilung, z.B. standardisiertes Wortgutachten (kurz, einfach), Portfolio (umfangreich).

[nach 85]

b. Höchste Denkstufe (VI von 6) des kognitiven Bereichs im System der Bloomschen Taxonomie.

Verwandt ist der Begriff Bewertung.

GB: formative assessment

+ bewegte Bilder Unterrichtsmedium aus der Gruppe der vorwiegend fremd gestalteten Medien.

Technik: "Filme" auf den unterschiedlichsten Trägern:

  • klassischer Film (8mm, 16mm, ...)
  • Video (VHS)
  • CD
  • DVD
  • BluRay
  • Festplatten, WWW, solid-state-Speichermedien u.a.

Einsatz. Es handelt sich um ein Medium mit so hoher Informationsdichte, dass sie i.d.R. durch den Lehrenden reduziert werden muss, z.B. durch Wegschalten der Tonspur oder durch Ausschnittsbildung. Zusätzlich sollte die Aufmerksamkeit durch Erteilen von Beobachtungsaufträgen gelenkt werden. Bewegte Bilder dienen häufig als Ersatz für die Wirklichkeit:

  • Betriebsbesichtigungen sind nicht immer möglich (Halbleiterproduktion, Diamantenförderung).
  • Historische Begebenheiten sind prinzipiell nicht wiederholbar (Atombombenexplosion über Hiroshima, Ausbringen von DDT mit der Hand).
  • Sehr teure oder gefährliche Experimente verbieten sich im Unterricht (Auflösen von Gold in Königswasser, Reaktionen mit Fluor).
  • Schwierig durchzuführende Experimente (Enzymreaktionen) gelingen im Film immer.

Leistungen. Besondere Techniken ermöglichen Darstellungen, die anderen Medien fehlen:

  • Zeitlupe (bei schnellen Vorgängen, z.B. Explosion),
  • Zeitraffer (bei langsamen Vorgängen, z.B. Korrosion),
  • Trickaufnahmen (bei an sich nicht Beobachtbarem, z.B. dem Ablauf des SN1-Mechanismus).

Gefahren. Der Unterrichtsfilm ist, durch seine Nähe zum Spielfilm, ein sehr attraktives Medium und verleitet Lernende zur rezeptiven Haltung. Sollte Verdunkelung erforderlich sein, besteht die Gefahr von Ablenkung oder Disziplinproblemen.

GB: instructional film

  Bewertung a. Allgemein versteht man im Zusammenhang mit Schule unter Bewertung die Einschätzung des Wertes oder der Bedeutung eines Sachverhaltes oder Inhaltes. Ein verwandter Begriff ist Evaluation: i.w.S. synonym verwendbar, i.e.S. in der Schule wird differenziert.

b. Im speziellen Fall von Prüfungen bedeutet es, einer gemessenen Leistung (Leistungsmessung) eine Note nach vorgeschriebenem oder vereinbartem System zuzuordnen.

Ergebnis ist stets ein Zahlenwert. Sonst spricht man eher von Beurteilung.

siehe auch Leistungsmessung.

GB: final assessment

  Bezugswissenschaft Die Fachdidaktik der Chemie setzt sich hauptsächlich mit Inhalten der Wissenschaft Chemie auseinander. Deshalb ist die Chemie die Bezugswissenschaft für die Fachdidaktik der Chemie. Als weitere Bezugswissenschaft gilt für uns die Schulpädagogik. [nach 37]
 
  Bild Um ein Bild zu erhalten benötigt man mindestens zwei sinnlich wahrnehmbare Punkte und einen Beobachter. [80]

Für Unterrichtszwecke unterscheiden wir die Medien

  1. statische Bilder und
  2. bewegte Bilder.
  Bildergeschichte Methodenbaustein im engeren Sinn. Eine Kombination von Bild- und Textmaterial (z.B. als Sprechblasen) wird verwendet, um die Lernenden zur Darstellung eines Zusammenhangs zu animieren. [nach 52]

Besondere Leistungen entwickelt die Bildergeschichte dann, wenn sie durch die Lernenden in eine konsistente Erzählung eingebettet wird (z.B. kamishibai, story telling).

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Klassenarbeit

Didaktischer Ort: Erarbeitung, Festigung.

Beispiel-Bild Nr.2 aus einer Folge von 14 Szenen eines Kamishibai, mit Erklärungen [92]

GB: picture story, cartoon strip

  Bildsequenz Methodenbaustein im engeren Sinn. Reines Bildmaterial zur Darstellung zeitlicher, räumlicher oder inhaltlicher Zusammenhänge. [nach 52]

Das Material kann geordnet oder ungeordnet angeboten werden.

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Klassenarbeit

Didaktischer Ort: Erarbeitung, Festigung.

Bsp.: Der Lösevorgang in Wasser, ppt 380k

Sehr ähnliche Methodenbausteine, die z.T. sehr wenig konturiert sind, wären: Bildpuzzle, Lückenbilder, Filmleiste.

 

  Bildtafel

Unterrichtsmedium aus der Gruppe der statischen Bilder.

Eine Bildtafel ist eine Zusammenstellung von Einzelbildern (Zeichnungen, Fotos) auf einer Seite. Im Zusammenhang mit Chemieunterricht dient sie zur Lehre und zur Illustration und erlaubt eine schnelle Zuordnung von Wort und Bild sowie zur Identifizierung von Gegenständen und damit einer vereinfachten Ermittlung ihrer Bezeichnungen. [nach 72]

  • Technik: nur noch von historischer Bedeutung: auf Gewebe aufgezogene Drucke zum Entrollen und Aufhängen an spezifischen Ständern. Heute leicht ersetzbar durch Folien oder Präsentation.
  • Einsatz: historisch; an allen didaktischen Orten, z.B. Motivation, Darbietung, Erarbeitung, Zusammenfassung, Ausweitung, Wiederholung...

GB: plate
 

+ Bildung a. In unserem Kulturkreis übliche Umschreibung für die Gesamtverfassung der Person in geistiger und charakterlicher Hinsicht als Ergebnis des eigenen Er- und Verarbeitens aus dem Angebot der Umwelt und der Auseinandersetzung mit ihr in persönlicher, lebenslanger Beschäftigung. [4]

b. Gesamtheit von Persönlichkeitsmerkmalen, die auf einer aktiven Auseinandersetzung von Erziehungsleistungen beruhen.

c. "Bildung ist die Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden". [Beauregard?]

Hinweise: Man kann Menschen nicht bilden, nur erziehen. Jeder Mensch bildet sich selber. Bildung ist gelebte Moral. [5]

GB: education (siehe dazu Bemerkungen unter Didaktik)

 

  Bildungsstandard Man unterscheidet:
  • inhaltliche und handlungsorientierte Standards; sie beschreiben, was Lehrende unterrichten und Lernende können müssen sowie klar und eindeutig die aufzubauenden Kompetenzen (Fachwissen mit Hilfe von Basiskonzepten) und das zu erreichende Wissen.
  • Standards für Lehr- und Lernbedingungen beschreiben die Methoden und Prinzipien guten Lehrens und Lernens, die von Vertretern der Fachdisziplin und Didaktik allgemein anerkannt werden.
  • Leistungs- oder Ergebnisstandards beschreiben, über welche Kompetenzen Lernende zu bestimmten Zeitpunkten ihrer schulischen Entwicklung (meist am Ende der regulären Schullaufbahn oder beim Übergang in eine weiterführende Schule) verfügen müssen. Durch national einheitlich gestaltete Tests wird dann die Einhaltung dieser Standards überprüft.

Es werden unterschieden:

  • Mindeststandards (Minimum an Kompetenzen, das alle Lernenden zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn erreicht haben müssen; ein Unterschreiten würde mit erheblichen Schwierigkeiten dieser Lernenden beim Übergang ins Berufsleben einhergehen).
  • Regelstandards (beschreiben Kompetenzen, die im Durchschnitt von den Lernenden einer Jahrgangsstufe erreicht werden sollen) und
  • Maximalstandards (Kompetenzen beziehen sich darauf, was die besten Lernenden der jeweiligen Jahrgangsstufen können sollten).

Die Kultusministerkonferenz hat Regelstandards für das Ende der Grundschulzeit (Jgst. 4 oder 6), das Ende der Schulpflicht (Jgst. 9), den mittleren Schulabschluss (Jgst. 10, Chemie) und Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) für alle Fächer (Chemie) entwickelt [40]. Sie werden in Form zentralisierter Tests überprüft.

Zusammenhänge, pptx.

GB: (national) standards of education

 + Bildungsziele

Normative Beschreibung einer anzustrebenden Idealvorstellung oder eines Leitbildes. [26]

Man unterscheidet:

  • Oberste Bildungsziele (syn. allgemeinste Bildungsziele)
Bsp. Bayern Bsp. Sachsen
Verfassung Art.131 (2) Stand 20.2.1998  Verfassung Art. 101 (1) vom 26.5.1992

Ehrfurcht vor Gott

Achtung vor religiöser Überzeugung

Achtung vor der Würde des Menschen

Selbstbeherrschung

Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit

Hilfsbereitschaft

Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne

Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.

Ehrfurcht vor allem Lebendigen

Achtung vor der Überzeugung des anderen

Nächstenliebe

Gerechtigkeit

sittliches und politisches Verantwortungsbewusstsein

Frieden

berufliches Können, soziales Handeln, freiheitlich demokratische Haltung

Erhaltung der Umwelt.

und

  • Allgemeine Bildungsziele.
    Beide sind nicht von einem Fach abhängig.

Bsp.: Bewusstsein der zentralen Schlüsselprobleme der Menschheit, Solidarfähigkeit, Selbstbestimmung, Fähigkeit zu urteilen,  Fähigkeit zum eigenen Standpunkt, Kritikfähigkeit u.ä.... [6]

GB: education ideals

Oder:

  • fachspezifische Bildungsziele; Bsp.: Vorstellung von der Leistungsfähigkeit von Trennverfahren (etwa für Stoffmischungen; unterschiedliche Niveaus für z.B. Unter- oder Oberstufe), Vorstellung von der Spezifität von Nachweisverfahren.
    GB: education aims
  • fächerübergreifende Bildungsziele; Bsp.: Teamfähigkeit, Grenzen der Objektivierbarkeit.
  Bloomsche Taxonomie Ordnungsprinzip für die Stufen des Denkens nach Benjamin Bloom (1956), auch Operatoren genannt.

Kognitiver Bereich:

  1. Wissen (Wiedergabe von Fakten, Daten, Regeln, Gesetzmäßigkeiten, Merkmalen, Kenntnissen...)
    Fragen: wer, was, wie, warum
    Aufgaben: finde, zeige, nenne, beschrifte, markiere...
    GB: knowledge
  2. Verständnis (Erläuterungen zu den Informationen verstehen, mit eigenen Worten wiedergeben, Zusammenhänge erkennen)
    Aufgaben: vergleiche, erkläre, stelle gegenüber...
    GB: comprehension
  3. Anwendung (Lösen von Problemen in neuem Zusammenhang unter Anwendung des neu erworbenen Wissens und Verständnisses)
    Aufgaben: konstruiere, entwickle, plane, löse (durch experimentieren)...
    GB: application
  4. Analyse (Umgang mit Informationen: prüfen, gliedern, Schlußfolgerungen ziehen, Beweise finden, Widersprüche aufdecken, Verallgemeinerungen treffen...)
    Aufgaben: klassifiziere, kategorisiere, vereinfache, formuliere Vermutungen, ziehe Schlüsse...
    GB: analysis
  5. Synthese (Umgang mit Informationen: verbinden von Fakten zu neuen Zusammenhängen, Formulierung von Lösungswegen, Aufstellen begründeter Hypothesen, Erkennen von Grenzen...)
    Aufgaben: formuliere eine Theorie..., teste, schlage einen Lösungsweg vor..., ändere so ab, dass...
    GB: synthesis
  6. Beurteilung (Alternativen abwägen, Entschlüsse fassen, diese darstellen und verteidigen auf der Grundlage eines Kriterienkataloges).
    Aufgaben: wähle aus, interpretiere, widerlege, beweise, formuliere Empfehlungen...
    GB: evaluation

Gelegentlich wird eine Stufe 0 "Glauben" formuliert: un- oder wenig begründete Annahmen wiedergeben.

Dem kognitiven Bereich kommt besondere Bedeutung bei der Formulierung von (Prüfungs)Aufgaben zu.

Affektiver Bereich (affective):

  1. Werte beachten (sensibel werden für ein Thema); receiving
  2. Werte beantworten (emotionale Reaktion, spontane Verarbeitung); responding
  3. Wertung vornehmen (selbst etwas für wertvoll halten, ihm einen Wert für sich selbst beimessen); valueing
  4. Wertordnung (Integration von Haltungen in eine Hierarchie von Überzeugungen); organization
  5. Werte verinnerlichen (leben nach einer Wertordnung; empfinden der eigenen Identität über Werte); internalizing.

Psychomotorischer Bereich (psychomotor):

  1. (set, readiness to act)
  2. Imitation (Nachahmung von Handlungsabläufen); guided response, imitation
  3. Manipulation (Ausführen von Instruktionen, Einüben von Techniken); mechanism, manipulation
  4. Präzisierung (Erhöhung der Genauigkeit bei Techniken); complex overt response, precision
  5. Handlungsgliederung (Koordination verschiedener Elemente zu komplexeren Techniken); adaptation, articulation
  6. Naturalisierung (Verinnerlichung von Abläufen); origination, naturalization.

[nach 35, 49]

  Briefmarken Unterrichtsmedium aus der Gruppe der statischen Bilder.

Briefmarken können wie Illustrationen verwendet werden, aber mit der zusätzlichen Bedeutung, dass bereits eine Hervorhebung, Betonung der Bedeutung durch einen Fremdautor (Herausgeber) getroffen worden ist. Meistens sind dies Jubiläen (z.B. 100. Todestag) oder besondere Ereignisse (z.B. Nobelpreis-Verleihung).

  • Technik: direkte Präsentation wegen der Größe oder Kostbarkeit stark eingeschränkt.
  • Einsatz: an allen didaktischen Orten, z.B. Motivation, Darbietung, Erarbeitung, Zusammenfassung, Ausweitung, Wiederholung...
  • Vorteile: Aktualität, Abwechslung, Seltenheitswert.
  • Gefahren: Die Wirkung sollte nicht überschätzt werden, weil der Bezug zur Briefmarke bei Lernenden im E-Mail- und SMS-Zeitalter sehr gering ist.

Bsp.:

  • Postbeeld.com listet für die Bundesrepublik 23 Briefmarken zum Thema Chemie, allerdings aus der gesamten Geschichte der Deutschen Bundespost.
  • Aus dem Jahr 1971 stammt eine Briefmarke "125 Jahre Chemiefaserforschung", 20 Pfennig; sie zeigt den Stoff PET als 2D-projiziertes Kugel-Stäbchen-Modell.
  • Die Schweiz brachte im Jahr 2011 eine Briefmarke zum Jahr der Chemie heraus; sie zeigt ein Vitamin-C-Molekül als 3D-Kugel-Stäbchen-Modell.

GB: stamps

  chemisches Dreieck (nach Johnstone) und

chemisches Tetraeder (nach Mahaffy)

Ursprünglich als Dreieck illustriertes Zusammenspiel von submikroskopischer, makroskopischer und Repräsentations-Ebene [Johnstone 44]. Später wurde eine weitere Dimension "human element" = lebensweltliche Komponente bzw. Alltagserfahrung eingeführt [Mahaffy 45], so dass man eher von einem Tetraeder oder Viereck sprechen sollte. Über diese lebensweltliche Komponente soll eine stärkere Orientierung und Anbindung fachlicher Inhalte an den Alltag von Lernenden gewährleistet werden.

Visualisierung, pptx

GB: tetrahedral chemistry education

  Chemory Methodenbaustein im engeren Sinn. Nach der Idee des Merkspiels Memory® von Ravensburger gibt es Paare von Kärtchen (Begriff/Definition, Bild/Begriff, Symbol/Definition, Modell/Modelltyp...), deren Zugehörigkeit identifiziert werden soll. [nach 52]

Sozialform: Partner- und Gruppenarbeit.

Didaktischer Ort: Festigung.

Bsp.: Gefahrensymbole nach GHS, Lehrerinfo, ppt 88k
          Vorlagen, ppt 300k

+ Computer Hier wird "der Computer" nur im Sinn eine Unterrichtsmediums behandelt. Er wird so vielseitig eingesetzt, dass wir zwei wesentliche Funktionen unterscheiden müssen:
  1. "Computer" steht als Synonym für den Einsatz von Lernprogrammen (einer Untermenge von Anwender-Software) in Zusammenhang mit Unterricht; und
  2. der Computer als Gerät zum sichtbar Machen digital gespeicherter Daten (Präsentation, statische und bewegte Bilder, Tondokumente, etc.) Ausführungen dazu siehe bei den einzelnen Medien.
  concept map siehe Begriffsnetz.
  Curriculum siehe Lehrplan.

Gelegentlich wird als geschlossenes Curriculum ein Lehrplan bezeichnet, der alle Lehrziele, Inhalte, Unterrichtsmethoden und Unterrichtsmittel festlegt. [30]

+ Deduktion Von der bekannten Regelhaftigkeit wird ein Einzelfall gedanklich abgeleitet. Eine Regel wird überprüft.

Gegenteil: Induktion.

Visualisierung, pptx

GB: deductive design

+ Demonstration Etwas im Chemieunterricht demonstrieren bedeutet, es auf anschauliche Weise unter Beteiligung möglichst vieler Sinne zu erklären. Nach [24] muss eine Demonstration erfolgen:
  • attraktiv (Aufmerksamkeit des Lernenden auf den Inhalt lenken)
  • eindeutig (Ablenkung vermeiden)
  • isomorph (Sachverhalt muss einsichtig sein)
  • valide (muss der Beobachtungsgabe der Lernenden entsprechen)
  • aktivierend (soll zu aktivem Lernen anhalten).
  Dialog Methodenbaustein im engeren Sinn. Eine fachliche Problematik wird in Dialogform zwischen (fiktiven) Protagonisten eingebunden. [nach 52]

Sozialform: Klassenarbeit.

Didaktischer Ort: Problemfindung, Festigung.

Bsp.: Der Dichtebegriff am Beispiel der Cola-Dose, ppt 2,5M oder "Verbraucherdialoge" [57]

  Dia(positiv) siehe statische Bilder.
  Didaktik

gr. didaskein = lehren (um der Bildung willen); Comenius: lat. ars docendi = Kunst des Lehrens.

i.w.S. = Wissenschaften vom durch Lehre geleiteten Lernen [4]. Unter der Vorgabe von Unterrichtszielen ist sie an der Auswahl der Fachinhalte beteiligt.

Mittlerweile wird unterschieden:

  • Didaktik i.e.S. = Wissenschaft vom Lehren, und
  • Mathetik = Wissenschaft vom Lernen.

Beide sind aber untrennbar miteinander verbunden, weil man nach heutigem Verständnis nichts erfolgreich lehren kann, ohne sich gleichzeitig zu fragen: Wie lernen Schüler? [15]

Didaktik und Mathetik bilden den institutionellen Ort, an dem moderne Gesellschaften die Natur fachunterrichtlicher Prozesse kritisch betrachten. Sie berücksichtigen und nutzen aktuelle Erkenntnisse aus der Pädagogischen Psychologie, der Neurophysiologie und der Informationstechnologie.

GB: (chemistry) education (Vorsicht: didactics bedeutet eher "belehren" in frontaler Situation; historisch bedingt beinhaltet im englischsprachigen Raum science education auch chemistry education; oft wird aber gar nicht differenziert).

  Didaktische Analyse a. Nach  Klafki: Erschließung des Bildungsgehaltes von Inhalten mit Blick auf den Lernenden, z.B. Bemühung um das Herausarbeiten des Allgemeinen aus dem Besonderen. Das Ergebnis ist Grundlage für die (methodische) Unterrichtsplanung und -vorbereitung. [nach 14]

b. Erweitert für die Erfordernisse der Fachdidaktik: Reflexion aller den Unterricht beeinflussender Faktoren, z.B. anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen, Inhalte, Lernziele, Unterrichtsverfahren, Unterrichtsmittel, fachgemäße Arbeitsweisen, Artikulation usw.

Anmerkung: Für Prüfungen wird der Begriff als zu weit gefasst angesehen. Didaktische Analysen sollten daher entweder nicht gefordert, oder bei Verwendung sehr genau präzisiert und stark eingegrenzt werden. [3]

GB: ~ lesson observation

+ Didaktisches Dreieck Ein Bild für die Beziehung zwischen Lehrenden, Lernenden und Inhalt. [4]

In bestimmten Situationen (Ausbildung, Prüfung, Beurteilung, Evaluation) kann ein Beobachter (Ausbilder, Prüfer, Dienstvorgesetzter) des didaktischen Dreiecks auftreten, der darüber steht und alle drei Variablen beobachten sollte.

Visualisierung: instruktivistische und konstruktivistische Sicht, pptx


Abb. 1: instruktivistische Sicht


Abb. 2: konstruktivistische Sicht

GB: ~ learning relationship

+ Didaktische Intention

In der Regel Metainformation, die der Information anhaftet und erst Bedeutung erlangt, wenn die Information vor dem Hintergrund des Unterrichts interpretiert wird. Sie ist als Metainformation nur durch den geschulten Beobachter (Lehrende) entschlüsselbar, entfaltet aber eine klare Wirkung im Dienste des Lehrziels. Sie wird durch den Anwender (Lehrenden) bewusst zu Lehrzwecken eingesetzt. In der Kommunikation von Lehrenden untereinander sollte die didaktische Intention als Information fließen und nicht der Interpretation eines Empfängers überlassen werden.

GB: teaching intention

 + Didaktischer Ort Position einer methodischen Maßnahme, eines Experimentes oder eines Unterrichtsmediums im zeitlichen Verlauf einer Unterrichtsstunde und im methodischen Verlauf einer Unterrichtseinheit, der eine klare Rolle im Unterrichtsgeschehen zukommt. Man unterscheidet z.B. [nach 6n]:
  • Einstieg (z.B. Problemexperiment)
  • Lösungsplanung (z.B. Arbeitsplan)
  • Lösung bzw. Erarbeitung (z.B. Arbeitsfolie)
  • Festigung (z.B. Schülerheft)
  • Sicherung (z.B. Übungsexperiment)
  • Leistungsmessung (Prüfungsexperiment)
  • Erfolgskontrolle (z.B. Arbeitsblatt zur Beschriftung)...

Von den Artikulationsstufen (Artikulationsmodell) nicht klar abzugrenzen, da "didaktischer Ort" einem anderen Beschreibungsmodell für Unterricht angehört.

  didaktisches Prinzip Je nach Literatur und Fach wird alles Mögliche als "didaktisches Prinzip" bezeichnet. Wir bezeichnen damit nur

Syn.: didaktischen Regeln nach Comenius.

GB: principles of education

+ Didaktische Reduktion a. Tätigkeit eines Lehrenden mit dem Ziel der unterrichtsrelevanten Aufbereitung von Fachinhalten zur Optimierung ihrer Verständlichkeit. Sie verläuft über mehrere sich gegenseitig beeinflussende Stufen.

b. Ist die systematische Veränderung der fachlichen Ansprüche durch analytisch-logische Zergliederung komplexer Sachverhalte bis zur leicht möglichen Assoziation durch den Lernenden auf der Basis seiner mitgebrachten Vorstellungen.

Wir unterscheiden:

  • sektorale Reduktion (Ausschnittbildung und Einengung des Gültigkeitsumfanges von Aussagen) und
  • strukturelle Reduktion (Verringerung der Kompliziertheit, z.B. durch Weglassen wissenschaftlicher Daten, Schematisierung, Modellbildung) [41]

Prinzipien:

  • fachliche Richtigkeit
  • fachliche Ausbaufähigkeit (es dürfen sich keine Widersprüche bei der Rückkehr zum Komplizierten ergeben)
  • Angemessenheit (bezüglich der kognitiven Stufe des Lernenden).

Schritte:

  • Selektieren (Zielfestlegung, Inhaltswahl, Ausschnittbildung, Beispielwahl)
  • Elementarisieren (Hervorhebung des Phänomens, der Beobachtung, der funktionellen Einheit)
  • Komplexieren (Generalisierung und Anwendung nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden)

Maßnahmen:

  • Beschränkung auf die qualitative Ebene
  • Vernachlässigung und Vereinheitlichung
  • Schematisierung und Symbolisierung
  • Partikularisierung (syn.: sektorale Reduktion); chunking
  • Generalisierung
  • Elementarisierung
  • Rückgriff auf historische Erkenntnisstufen
  • Vernachlässigung begrifflicher Feindifferenzierung (syn.: strukturelle Reduktion).

Syn.: Fasslichkeit, Vereinfachung, Isolierung der Schwierigkeiten.

Gegenteil: Intuition.

Siehe auch Ergänzung durch didaktische Rekonstruktion.

 Visualisierung, pptx.

GB: ~ funneling

+ Didaktische Rekonstruktion

Der Begriff geht über die didaktische Reduktion hinaus. Der Lehrende versucht, nicht nur die kognitive und eventuell die psychomotorische Dimension an Lernende in geeigneter Weise weiter zu geben, sondern bezüglich Verständnis und Sinnangebot neue oder im Wissenschaftsbetrieb nicht beachtete individuale und soziale Relationen (affektive Dimension) zu vermitteln; sie führt zu einem Mehrwert didaktischer Bemühungen. Inhalte des Schulunterrichts sind nicht vom Wissenschaftsbereich vorgegeben, sondern müssen in pädagogischer Zielsetzung erst hergestellt werden. [19]

Bsp. für diesen "Mehrwert": etwa

  • ethische Fragen zur Gewinnung und Verwendung bestimmter Meßwerte,
  • theoretische Vorannahmen,
  • kontroverse Auffassungen,
  • fachübergreifende Ergebnisse,
  • in Beziehung setzen mit der Lebenswelt. [nach 19]

Visualisierung, pptx

+ Didaktische Regeln Auf Comenius zurückgehende Erfahrungsregeln, die das didaktische Prinzip der Fasslichkeit fördern [nach 6] S. 190-192:
  • vom Bekannten zum Neuen
  • vom räumlich, zeitlich und seelisch Nahen zum Fernen
  • vom Einfachen zum Komplizierten
  • vom Leichten zum Schwierigen
  • vom Konkreten zum Abstrakten.

Zur sicheren Anwendbarkeit bedürfen sie der Begründung durch lernpsychologische und neurophysiologische Befunde. Diese sind in den letzten Jahren meistens erfolgt.

Syn.: didaktische Prinzipien.

 

  Didaktischer Schwerpunkt

Syn.: psychische Dimension.

  didaktische Transformation Typischer Aufgabenbereich der Didaktik: ein vorgegebener Inhalt wird strukturell analysiert und unter Berücksichtigung der kognitiven Struktur des Lernenden sowie dessen Lernzielen so zu Lehrzielen und -inhalten umkonstruiert, dass er mindestens das Elementare enthält und zu vorausgegangenen Lernprozessen nicht im Widerspruch steht. Sinngemäß nach [13]

Der "Überträger" (Lehrende) bleibt dabei nicht neutral, sondern bringt umfangreiches Wissen über Inhalt, Lehrmethodik und Lernprozess ein. Siehe: Transfer.

Visualisierung, pptx.

 

  Differenzierung Anpassung des Schwierigkeitsgrades von Inhalten oder Aufgaben an die Fähigkeiten von einzelnen Lernenden .

Gelegentlich wird der o.a. inneren Differenzierung die äußere gegenüber gestellt: die Lernenden einer Jgst. werden für ein bestimmtes Fach z.B.

  • in Leistungsgruppen oder
  • Interessengruppen
  • soziale Gruppen
  • Altersgruppen... oder
  • Schultypen zusammengefasst (z.B. in integrierten Gesamtschulen der A-Kurs auf gymnasialem Niveau).
  direct instruction Durchaus sehr anspruchsvolle Unterrichtsmethode, eher im englischsprachigen Raum gebräuchlich. Die Bezeichnung wurde durch die Hattie-Studie bekannt und mehrfach falsch mit "Frontalunterricht" übersetzt (richtig: direkte Instruktion, direktes Lehren). Es handelt sich aber keinesfalls um eine Aktionsform.

Die Unterrichtsmethode soll in ihren Stufen kurz beschrieben werden:

  1. Lehrende bestimmen die Lernintentionen (Lehrziele).
  2. Lehrende bestimmen die Erfolgskriterien und machen sie Lernenden transparent.
  3. Lehrende verfolgen als nichtkognitive Lehrziele, dass Lernende Selbstverpflichtung und Engagement für die Lernaufgabe aufbauen.
  4. Für die Unterrichtseinheit verfügen Lehrende über Leitlinien bezüglich Input, Modelllernen und Verständnisüberprüfung. Dabei bedeutet
    • Input bereitgestellte Informationen, damit Lernende das entsprechende Wissen oder die Fähigkeit erwerben können (z.B. mittels Vortrag, Film, Bilder);
    • Modelllernen, dass Lehrende Lernenden Beispiele für das erwartete Endprodukt ihrer Arbeit zeigen (gute Beispiele);
    • Verständnisüberprüfung Kontrolle des Wissensstandes (Erfolgskontrollen).
  5. Es erfolgt ein angeleitetes Üben, bei welchem Lernende die Gelegenheit haben, zu zeigen, was sie neu erfasst haben, indem sie eine Aktivität oder Übung unter Aufsicht durch Lehrende ausführen.
  6. Handlungen oder Aussagen der Lehrenden, die Lernenden einen Anhaltspunkt für die Tatsache geben soll, dass sie an einem wichtigen Punkt oder am Ende der Unterrichtseinheit angelangt sind.
  7. Unabhängiges, vertiefendes Üben, sobald Lernende die Inhalte oder die Fertigkeit beherrschen. [90]
  Domino Im Zusammenhang mit Unterricht Methodenbaustein im engeren Sinn. Zuordnungs-Aufgaben nach dem bekannten Spielprinzip. Formen: Bild/Formel, Formel/Begriff, Begriff/Definition, Definition/Beispiel, Modell/Modelltyp... [nach 52]

Das gleichnamige Spiel ist sehr alt, weshalb davon auszugehen ist, dass die Bezeichnung nicht geschützt ist.

Sozialform: Partner- und Gruppenarbeit.

Didaktischer Ort: Festigung.

Varianten: Triomino (Bezeichnung möglicherweise geschützt, da das Spiel patentiert ist), Triangolon (Empfehlung für die Bezeichnung, da bisher kein Schutz bekannt).

Legende:
[n]   Quellenangabe, wobei n = Laufende Nummer aus dem Quellenverzeichnis.
fett Hervorhebungen sowie, bei Verbreitung mehrerer Synonyme, der vom Autorenkreis bevorzugte.

26/66


    E-Mail an: Walter.Wagner ät uni-bayreuth.de